Preisentwicklung am Immobilienmarkt

Die starke Wachstumsdynamik bei Mieten und Preisen hält weiterhin an, auch wenn die Steigerungen geringer ausfallen werden als in den vergangenen Jahren. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der Immobilienmarkt hat sich in den letzten 5 Jahren hervorragend entwickelt.

Die starke Wachstumsdynamik bei den Mieten und Preisen bot attraktive Einstiegschancen für Anleger. Auch 2013 soll nach dem Bericht des IVD die Preisspirale erneut zulegen.

Allerdings werden die Steigerungen deutlich geringer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Selbst in beliebten Großstädten wird sich das Preisniveau allmählich stabilisieren.

Derzeit ermöglicht der enorme Nachfrageüberhang eine gute Verkaufsmöglichkeit für Immobilien. Langfristig werden sich die Preise wieder normalisieren. Die hohe Nachfrage und das steigende Mietniveau führen zu mehr Neubauten.

Im letzten Jahr wurden bundesweit 178.100 neue Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 6,2%. Neben dem steigenden Angebot könnte auch die viel diskutierte Mietpreisbremse die Preisdynamik deutlich einschränken.

Kauflaune trotz Eurokrise

Europa kämpft weiterhin mit den Auswirkungen der Finanz- und Staatsschuldenkrise. Dennoch lassen sich viele Europäer von den Krisennachrichten nicht verunsichern.

Besonders in Deutschland profitierte die Deutsche EuroShop von der ungebrochenen Kauflaune. Das Konsumverhalten ist stabil. Einkaufszentren florieren.

Auch künftig rechnet der Konzern mit einer positiven Wachstumsdynamik. Langfristige Mietverträge sorgen für Sicherheit, selbst in der prekären Wirtschaftssituation.

Auch Unibail-Rodamco setzt vermehrt auf Einkaufszentren. Dabei steht Deutschland im Mittelpunkt der Investitionen. Zudem sorgten die steigenden Büromieten für ein Gewinnplus von 5,5%.

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Von einer Belebung der Binnenkonjunktur würden beide Konzerne enorm profitieren. Dagegen fokussiert sich Intershop Immobilien Schweiz auf attraktive Gewerbeimmobilien.

Zuletzt punktete der Konzern mit dem Zukauf des Gewerbegebiets Lyss und dem Industrieareal Oberwinterthur-Neuhegi. Allerdings fehlt es insgesamt an wichtigen Wachstumsimpulsen.

Dafür wird eine solide Entwicklung garantiert. Durch die Sättigungserscheinungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt orientiert sich Intershop um. Darunter rückte auch Deutschland ins Visier der Geschäftsführung.

IVG im freien Fall

Grobe Managementfehler und eine drastische Überschuldung bereiteten IVG zunehmend Probleme. Zuerst schien es, als hätte der Konzern seine Liquiditätslage, die enormen Altlasten und die Refinanzierung im Griff.

Operativ zeichnete sich sogar ein positiver Wachstumstrend ab. Allerdings wurden rund 2 Mrd € Schulden fahrlässig oder vorsätzlich verschwiegen.

Der Existenzkampf geht in die nächste Runde. Es fehlen bis zu 120 Mio € um den Liquiditätsbedarf bis Oktober zu decken. Zusätzlich belasten gewaltige Abschreibesummen die Bilanz.

Allein die Abschreibungen im nächsten Quartal könnten rund die Hälfte des Grundkapitals aufzehren. IVG hofft auf Zugeständnisse seitens der Gläubiger. Dabei sollen die Gläubiger einer Hybrid-Anleihe sogar vollständig auf ihre Forderungen verzichten.

Ob der Schuldenschnitt ausreicht und das Sanierungskonzept aufgehen wird, bleibt ungewiss. Wir haben uns dazu entschieden, die Beobachtung von IVG einzustellen und einen interessanteren Wert in die AKTIEN-ANALYSE aufzunehmen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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