Priceline-Aktie: Konsolidierung im Online-Reisemarkt hält weiter an

Dass sich Geduld am Aktienmarkt durchaus auszahlen kann, können Sie am Beispiel des Online-Reisekonzerns Priceline aus den USA sehen. Priceline hat als erste Online-Reiseagentur den Kunden anboten, ihre Rechnung erst nach dem Hotelbesuch zu bezahlen und nicht vorab.

Diese Geschäftspolitik macht das Buchen über Priceline für die Reisenden sicherer. Das Unternehmen gewann dadurch sehr schnell immer mehr neue Kunden. Zugleich wollten immer mehr Hotels ihr Angebot über Priceline anbieten. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Wachstumsstory, die sich für langfristige Anleger mehr als ausgezahlt hat. In den vergangenen 10 Jahren stieg der Anteilspreis um über 4.000%.

Geschäftsmodell mit enormer Reichweite……

Das starke Wachstum des Konzerns hat dazu geführt, dass die Gesellschaft für die Hotels immer wichtiger wird. Das Geschäftsmodell ist einfach: Die Online-Reiseagentur betreibt zum Beispiel die Portale Priceline.com, Booking.com oder Agoda.com.

Auf diesen Seiten können Hotelreservierungen, Flugtickets oder Mietwagen gebucht werden, während Priceline Provisionen kassiert. Mittlerweile sind über 540.000 Hotels angebunden, über den Rivalen Expedia etwa 210.000 Hotels.

Zudem wurden die Webseiten von Priceline zuletzt im Schnitt von 80 Mio. potenziellen Kunden besucht, die Webseiten von Expedia von rund 60 Mio. Menschen.

……und hohen Gewinnmargen

Die nackten Zahlen zeigen Ihnen wie eindrucksvoll die Geschäftsentwicklung war. In den vergangenen 15 Jahren kletterten die Erlöse von 1,17 Milliarden Dollar auf zuletzt 9,22 Milliarden Dollar.

Dabei erreichte Priceline im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 2,55 Milliarden Dollar (27,66% Gewinnspanne) den höchsten Wert der Firmengeschichte. Zum Jahresstart hielt die Dynamik mit einem Umsatzplus von 16,8% auf 2,15 Milliarden Dollar (1. Quartal) und einem Gewinnzuwachs von 24% auf 532 Millionen Dollar an.

Pro Aktie wurden damit 10,54 Dollar verdient und damit mehr als von den Analysten erwartet (9,66 Dollar). Bei den Hotelübernachtungen verzeichnete Priceline Group einen Zuwachs von 31%.

Verhaltene Prognose führte zu Kursrücksetzer

Das Priceline-Management prognostiziert für das laufende Quartal ein Umsatzplus von 7 – 14%. Beim Nettogewinn rechnet der Konzern mit 11,60 bis 12,50 Dollar je Aktie, während Analysten von einem Gewinn von 14,96 Dollar je ausgegangen sind.

Auf der Suche nach Wachstum

Der mittlerweile 67 Milliarden Dollar schwere Reise-Gigant ist immer auf der Suche nach weiterem Wachstum. Dabei geht die Gesellschaft verschiedene Wege. Zum einen wird die Zielgruppe der unabhängigen Hotels beackert.

In Europa, wo Priceline stärker vertreten ist als Expedia, zählen rund 60% der Hotels zu den unabhängigen, in den USA sind nur 30% der Hotels unabhängig von Hotelketten. Für diese Zielgruppe sind die Online-Reiseportale immens wichtig.

Zugleich hat es Priceline auch auf den wichtigen Wachstumsmarkt China abgesehen. Über eine Kooperation mit Ctrip gelang der Markteintritt im Reich der Mitte – mittlerweile bietet Priceline seinen Kunden dort mehr als 170.000 Hotels zur Auswahl an.

Zukäufe gehören zur Strategie

Darüber hinaus ist der Konzern aktiv an der Branchenkonsolidierung beteiligt. Während der Erzrivale Expedia Firmen wie Travelocity, Orbitz und Homeaway geschluckt hat, verstärkte sich Priceline mit Übernahmen wie Kayak, Booking.com oder OpenTable, um nur einige zu nennen.

Denn Größe ist entscheidend im Reisemarkt. Mittlerweile spüren die Unternehmen die immer stärker werdende Konkurrenz der Vermietungsplattformen wie AirBNB oder Wimdu.

Daher dürfen Sie davon ausgehen, dass Priceline auch in der Zukunft über Zukäufe wachsen wird. Als mögliches Übernahmeziel kommt dabei immer wieder Tripadvisor ins Gespräch.

Die Reiseplattform mit Millionen von Reiseberichten und einem Umsatz von gut 1,5 Milliarden Dollar würde das Angebot von Priceline in der Tat gut ergänzen. Dass es sich bei Tripadvisor um ein Spinoff des Wettbewerbers Expedia handelt, macht die Sache nicht weniger spannend.

14. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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