Prima! Banken trauen dem DAX 30 weiterhin nichts zu!

Möglicherweise reiben Sie sich gerade etwas verwundert die Augen?

Die Banken trauen dem deutschen Leitindex nichts zu – und das soll gut sein?

Genau so ist es!

Falls Sie bislang geglaubt haben, die Banken wären die absoluten Prognose-Profis, weil sie ja schließlich so nah am Geschehen sind wie kaum ein anderer – dann muss ich Sie leider aus Ihrem Wolkenkuckucksheim holen.

Sie glauben mir nicht? Dann werde ich es Ihnen in den nächsten Minuten beweisen!

ZEW fasst jedes Quartal die Banken-Prognosen zusammen

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW befragt seit dem Jahr 2001 im Quartals-Rhythmus bis zu 21 Banken nach deren Prognosen zu den „6 wichtigsten Finanzmarktgrößen in Europa“.

Abgefragt werden die Erwartungen für die Entwicklung der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktien-Indizes DJSTOXX 50 und DAX 30 sowie die von Euro / USD und des Ölpreises (Sorte Brent in USD).

Am 19. Dezember 2014 gaben 19 Banken bei einem DAX 30-Stand von 9.787 ihre Voraussagen für den deutschen Leitindex ab. Im Durchschnitt prognostizierten die Investment-Profis einen Anstieg auf 10.109 Punkte auf Sicht von 3 bzw. 6 Monaten.

Die pessimistischsten Ansagen für den DAX 30 lagen bei 8.700 (Ende des 1. Quartals) bzw. 8.900 Punkten (Ende des 2. Quartals). Die höchsten Erwartungen an das 1. Halbjahr knüpften 2 Kreditinstitute mit ihrer Voraussage von 10.700 Zählern.

Was passiert wäre, wenn Sie den Banken vertraut hätten

Wie Sie inzwischen wissen, hatte der deutsche Leitindex schon am 23. Januar 2015 das von den Banken prognostizierte Maximalziel überboten. Das Top im 1. Jahresviertel markierte der DAX 30 am 16. März sogar mit 12.219 Zählern.

Gemessen an diesem Quartalshoch lagen die schlechtesten Banken-Prognostiker sage und schreibe 3.519 bzw. 3.319 Zähler „daneben“. Doch selbst die Banken mit dem größten Optimismus verfehlten das tatsächlich erzielte Hoch noch um 1.519 Punkte.

Anders ausgedrückt: Hätten Sie den Banken-Prognosen vom 19. Dezember 2014 bei Ihren Investment-Entscheidungen am Jahresende (DAX 30: 9.805) vertraut, dann hätten Sie

  • im schlimmsten Fall Verlust gemacht, wenn Sie auf fallende Kurse gesetzt hätten
  • bei 10.109 Punkten Ihren Gewinn von 304 Punkten oder +3,1% sichergestellt und auf weitere 2.110 Punkte bzw. +20,9% DAX 30-Anstieg verzichtet, wenn Sie der Konsens-Prognose Glauben geschenkt hätten
  • bei 10.700 Punkten Ihren Gewinn von 895 Punkten oder +9,1% realisiert und auf weitere 1.519 Punkte bzw. +14,2% DAX 30-Anstieg verzichtet, wenn Sie den Optimisten unter den Banken vertraut hätten.

Chartanalyse-Trends war besser – Beispiel 1

Zum Vergleich hier noch einmal meine Prognose vom 13. Januar 2015 (DAX 30-Stand: 9.781), bei der ich Ihnen in Chartanalyse-Trends die ZEW-Auswertung vom Dezember 2014 präsentiert hatte:

„Meine Einschätzung ist: Sollte der DAX 30 nach den unzähligen fehlgeschlagenen Anläufen des vergangenen Jahres, die Marke von 10.050 (endlich) hinter sich lassen können, dann werden wir vermutlich schneller die 10.700 fallen sehen, als Sie sich heute vorstellen mögen!““

Zur Erinnerung: Die 10.050-Marke wurde auf Schlusskursbasis am 16. Januar 2015 überboten.

Chartanalyse-Trends war besser – Beispiel 2

Am 26. Januar 2015 griff ich die ZEW-Prognosen vom Dezember noch einmal auf, nachdem der deutsche Leitindex am Freitag zuvor erstmals die Marke von 10.700 geknackt hatte. Dazu schrieb ich Ihnen bei einem DAX 30-Stand von 10.649:

„Wenn Sie also den Experten-Voraussagen vertrauen, dann sollten Sie jetzt wohl besser verkaufen und Ende Juni wieder mal ‚reinschauen‘. Indes:

Ich fürchte, dann werden Sie sich darüber ärgern, den deutschen Aktien zu schnell Lebewohl gesagt zu haben. Meine Analyse der aktuellen Charttechnik ist deutlich optimistischer:

Gemeinsam mit der dem Dreieck vorausgegangenen Aufwärtsbewegung ergibt sich nämlich eine Fahnenstange mit Wimpel: Das daraus errechenbare Mindest-Kursziel liegt bei 11.569 Punkten!“

DAX 30 steigt bis Ende 2015 auf 14.000 Punkte

Und ich lege noch „einen drauf“:

Den Lesern meines Börsendienstes Momentum-Trader „Gewinne mit Wachstumsaktien“ gab ich exklusiv am 26. August 2012 (!!) folgende Einschätzung weiter:

„Ich erwarte, dass die Aktienkurse in den vor uns liegenden Jahren sogar geradezu explodieren können. Halten Sie sich fest: Bis Ende 2015 – also im Laufe der nächsten gut drei Jahre – halte ich einen DAX von bis zu 14.000 Punkten für möglich!“

Gemessen an dem bisherigen Jahreshoch von 12.374 bin ich von meinem vor 2 ½ Jahren gemachten maximalen Prognose-Ziel nur noch 1.626 Punkte entfernt.

Banken für das nächste Halbjahr erneut skeptisch

Doch zurück zu Banken: In der neuesten ZEW-Erhebung vom 30. März (DAX 30-Stand: 12.086) sehen 17 Banken für den 30. Juni 2015 im Schnitt einen Index von 11.818 voraus. Die höchste Schätzung liegt bei 12.500, die niedrigste bei 10.300 Punkten.

Für den 6-Monats-Zeitraum liegt der Konsens von erneut 17 befragten Banken bei 11.903 Punkten. Die höchste Schätzung liegt bei 12.900, die niedrigste wiederum bei 10.300 Punkten.

Im Konsens trauen die Banken dem deutschen Leitindex also nichts mehr zu – der Durchschnittswert liegt unter dem Stand vom 30. März!

Wenn also die Banken die DAX 30-Entwicklung für das nächste halbe Jahr erneut derart skeptisch einschätzen, dann kann das nur bedeuten, dass Sie in den kommenden Monaten am deutschen Leitindex wieder sehr viel Freude haben werden!

Dafür Danke, liebe Banken!

23. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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