Profitieren Sie vom Hexensabbat

Schafft der DAX 30 die 12.000 Punkte in dieser Woche oder nicht?

Ich sage Ihnen: Egal ob der DAX diese Woche mit einem Schlusskurs oberhalb von 12.000 Punkten beendet oder nicht, ein Trend wird damit nicht eingeleitet.

Umgekehrt gilt auch, wenn der DAX diese Woche mit z. B. 11.900 oder auch 11.700 Punkten beendet, hat das ebenfalls keine Aussagekraft.

Der Grund dafür sind die Hexen.

Jetzt kommt der Hexensabbat

Am Freitag ist der „große Verfallstag“, der auch „3-facher Verfallstag“ oder Hexensabbat genannt wird. Zum sonderbaren Namen „Hexensabbat“ weiter unten mehr.

Hexensabbat: Die Erklärung

Gegen Ende eines jeden Quartals kommt es an den Terminbörsen zum Hexensabbat. Das ist jeweils der 3. Freitag in den Monaten März, Juni, September und Dezember.

An diesem dreifachen Verfallstag enden an den Terminbörsen die Laufzeiten vieler Kontrakte, Optionen und Futures auf Indizes wie etwa DAX 30, TecDAX und EuroStoxx sowie Optionen auf Aktien.

Der Hexensabbat fällt an allen wichtigen Börsen dieser Welt auf denselben Tag.

Es verfallen also beispielsweise auch in den USA Optionen- und Futures-Kontrakte auf Indizes wie Dow Jones, Nasdaq, S&P500 und Optionen auf Aktien.

Hexensabbat: Oft von großen Kursschwankungen begleitet

In den Handelstagen vor dem 3-fachen Verfallstag kommt es oft zu deutlichen Kursschwankungen, die sich weder fundamental noch charttechnisch schlüssig begründen lassen.

Der wirkliche Hintergrund dieser Kursbewegungen ist:

Fonds und Banken versuchen, Kurse zu ihren Gunsten bewegen

Institutionelle Anleger wie Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken halten sehr große Bestände an Call- und Put-Optionen.

Am Hexensabbat werden die Optionen, die an diesem Tag verfallen, abgerechnet.

Aus diesem Grund versuchen institutionelle Anleger kurz vor dem Hexensabbat, die Basiswerte ihrer Optionen (Aktien oder Indizes) durch Kauf und Verkauf im Kurs zu ihren Gunsten zu bewegen.

Sie wollen dadurch für sich selbst günstige Kurse zur Abrechnung erreichen.

Hexensabbat sorgt für keine neuen Trends

Diese, durch den Hexensabbat, verursachten Käufe und Verkäufe führen regelmäßig zu deutlichen Kursbewegungen.

Diese leiten aber selten einen Trend ein. Meist lässt sich beobachten, dass sich die Kurse nach dem Hexensabbat wieder auf das Niveau von vor dem Hexensabbat einpendeln.

Da es keine in den Unternehmen begründeten Ursachen für diese Kursbewegungen im Vorfeld des Hexensabbats gibt, scheinen diese „mystischen“ Ursachen zu haben.

Sie tanzen auf und ab, so wie die Hexen auf ihren Besen. Von diesem Bild hat der große Verfallstag seinen umgangssprachlichen Namen: Hexensabbat.

Zum guten Schluss: Heute vor 77 Jahren, also am 4.03.1940, kam der ehemalige deutsche Manager sowie ehemalige Präsident des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie), Hans-Olaf Henkel, zur Welt.

Von ihm stammt mein Zitat des Tages: „Politiker sagen das, was ankommt, und nicht das, worauf es ankommt.“

Von der Sorte Gesagtem bekommen wir derzeit reichlich – zu reichlich! Und bis zur Bundestagswahl wird es wohl noch etliche verzichtbare Kostproben davon geben.

Ich bemühe mich an dieser Stelle zu sagen, worauf es ankommt. In der Hoffnung, dass es mir gelingt, sende ich Ihnen beste Grüße!

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

14. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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