Profitieren Sie vom Wasserstoff-Boom

Wasserstoff – shu petrmalinak

Die Bundesregierung will 9 Mrd. Euro in Wasserstoff-Technologien investieren. Ich zeige Ihnen, wie Sie davon profitieren. (Foto: petrmalinak / Shutterstock.com)

Wahrscheinlich haben Sie es schon mitbekommen: Deutschland stellt in seinem neuen Konjunkturpaket 9 Mrd. Euro für die Förderung von Wasserstoff zur Verfügung. Das ehrgeizige Ziel: Deutschland will die weltweite Nummer 1 in Sachen Wasserstoff werden.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will in den heimischen Gefilden ein Cape Canaveral des Wasserstoffes errichten. Deutschland gehört auch zu den 9 EU-Staaten, die von der Europäischen Union eine Strategie zum Umgang mit der klimafreundlichen Energiequelle fordern. Die EU soll einen Fahrplan für den Ausbau der Wasserstoff-Energie mit Zielen bis 2030 und darüber hinaus formulieren.

Damit könnten den Unternehmen aus dieser Branche weitere Fördermittel in Milliardenhöhe winken. Karliczek sieht für den sogenannten grünen Wasserstoff, der unter Einsatz erneuerbarer Energien gewonnen wird und als klimaneutrale Alternative zu fossilen Energieträgern gilt, enorme Chancen.

Im Grundsatz sind sich alle in der Bundesregierung einig: Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Das Gas könnte in der Stahl- und in der Chemieindustrie eingesetzt werden. Es könnte Flugzeuge, Schiffe, Lastwagen und Autos antreiben und so mithelfen, dass die Welt klimaneutral wird.

Vorsicht bei Wasserstoff-Zockeraktien

Seit einiger Zeit fragen sich immer mehr Anleger, wie sie vom kommenden Wasserstoff-Boom profitieren können. Meine Antwort: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wie so oft an der Börse gibt es solide Investitionsmöglichkeiten, die bei überschaubaren Risiken sehr solide Renditen abwerfen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, zu zocken und damit, wenn die Spekulation aufgeht, sehr hohe Renditen einzufahren.

Letzteres ist nicht mein Ansatz, wenngleich ich aber auch nicht pauschal etwas gegen Zockerei mit kleinen Summen habe. Mir ist nur die Trennung wichtig. Wenn Sie Zocker-Aktien kaufen, sollten Sie auch wissen, dass Sie Zocker-Aktien kaufen, die mehr mit einem Lottoschein als mit einer Investition gemein haben.

Solche Zocker-Aktien gibt es aktuell im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie und im Bereich Wasserstoff einige. Die aus fundamentaler Sicht derzeit größte Zockerei ist die Aktie des schwedischen Unternehmens Powercell. Das Unternehmen wird in diesem Jahr laut Analystenschätzung einen Umsatz von etwas mehr als 11 Mio. Euro machen, ist an der Börse aber mit mehr als 1,4 Mrd. Euro bewertet!

Das ist ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von fast 130! Zum Vergleich: Bei einigen DAX-Unternehmen liegt dieser Wert bei unter 1. Sogar in der ebenfalls extrem sportlich bewerteten Software-Branche liegt das KUV der heißen Wachstumswerte mit 10 bis 20 deutlich niedriger.

Powercell ist mit einem dreistelligen KUV auch kein Ausreißer in der Wasserstoff-Branche. Auch Nel Asa und Ballard Power kommen auf ähnlich astronomische Bewertungen wie Powercell. Bei Nel erwartet man für dieses Jahr einen Umsatz von 69,25 Mio. Euro. Der Börsenwert liegt derzeit bei rund 2,25 Mrd. Euro.

Bei Ballard Power wird mit einem 2020er Umsatz von 171 Mio. Euro gerechnet und das Unternehmen bringt 3,24 Mrd. Euro auf die Börsenwaage. Sicher: Die Aktien dieser Unternehmen entwickelten sich zuletzt sehr positiv. Aber irgendwann platzt jede Blase. Machen Sie sich bitte bewusst: Der Kauf dieser Aktien ist eine Spekulation, keine Investition.

Es gibt auch solide Wasserstoff-Investments

Es gibt aber an der Börse auch Möglichkeiten, vom Wasserstoff-Boom zu profitieren, ohne dabei extreme Risiken einzugehen. In einigen größeren Unternehmen finden Sie sehr attraktive Wasserstoff-Sparten fast zum Nulltarif. Sie finden passende Empfehlungen in der jetzt veröffentlichten Sonderausgabe meines Börsendienstes Der Depot-Optimierer.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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