Prognose 2015: Die Euro-Krise flammt wieder auf

Fast aus heiterem Himmel steht jetzt der Euro vor der größten Zerreißprobe seiner noch jungen Geschichte. Mittlerweile sieht es so aus, als ob Griechenland den Euro nicht weiter behalten könnte. Das Land steht einmal mehr mit einem Fuß am Abgrund.

Der IWF hat erst einmal die Zahlungen ans das Euro-Krisenland eingestellt. In Berlin laufen schon Überlegungen zum Grexit – einem griechischen Ausscheiden aus dem Euro. Völlig unpassend finde ich aktuell die Aussagen von Politikern, die nun noch erklären, so etwas komme völlig überraschend.

Wer bei klarem Verstand war als der Euro eingeführt wurde, konnte schon damals erkennen, dass diese Gemeinschaftswährung nicht lange halten würde und bei der ersten richtigen Krise auch schon wieder zerbrechen würde.

Schon 2001 schrieb ich in meinem Buch “Der Euro“: „Wenn einmal nur ein Land aus dem Euro austritt, werden dem bald weitere folgen werden, bis der Euro Geschichte ist.“

Doch die Allianz der Politiker und Notenbanker wollten eben der Bevölkerung der Euro-Zone viel lieber die Geschichte vom Erfolg der Gemeinschaftswährung erzählen. Die war auch viel schöner zu erzählen – ging aber schon damals an der Wahrheit vorbei.

Im Grunde zeigt sich im Jahr 2015 nun, was schon zum Höhepunkt der Finanzkrise 2009 klar wurde: Mit dem angestoßenen Rettungsprogramm erkauft sich die Allianz der Politiker und Notenbanker Zeit. Doch so sieht keine wirkliche Lösung aus.

Globale Schulden steigen immer weiter an: Sind aktuell 30% höher als vor der Finanzkrise

Eine Zahl beeindruckt mich immer wieder: Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 sind die globalen Staatschulden um 30% angestiegen. Die Summe erspare ich Ihnen hier – das sprengt sowieso unsere Vorstellungskraft.

Doch allein die Tatsache der sich immer weiter drehenden Schuldenspirale zeigt Ihnen ganz klar: Die Lage verschlimmert sich stetig. Es war nun wirklich nicht schwer im Vorfeld zu erkennen, dass diese Schuldenprogramme nicht funktionieren können.

Die Lösung sah doch so aus: Die Staaten nehmen immer mehr Schulden auf, um das Schuldenproblem zu lösen. Bei einem solchen Ansatz sagt schon der gesunde Menschenverstand: Das kann nicht gutgehen.

Ich kann nur sagen: 2015 kann zum Wendepunkt für den Euro werden. Das zeigt auch der zuletzt kräftige Wertverlust gegenüber dem US-Dollar. Lange Zeit hat sich der Euro noch sehr gut gegenüber dem US-Dollar gehalten. Doch jetzt hat das schwindende Vertrauen der Gemeinschaftswährung stark zugesetzt.

9. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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