Prognose 2019: Silber mit mehr Potenzial als Gold

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Aktuell stehen beide unter Druck. Doch für 2019 sehen einige Experten deutlich größere Chancen beim Silber im Vergleich zum Gold. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Derzeit bietet sich ein sehr schwaches Bild an den Edelmetallmärkten. Insbesondere Silber stand zuletzt massiv unter Druck. Mit noch etwas über 14 Dollar rutschte die Feinunze Silber auf das niedrigste Niveau seit Februar 2016. Tatsächlich hat der Silberpreis auf Jahressicht jetzt knapp 18 % an Wert verloren. Das ist alles andere als positiv. Dennoch tauchen jetzt wieder einige optimistische Prognosen auf, die mittelfristig beim Silber eine positive Entwicklung erwarten lassen.

Wie in der Vergangenheit auch hängt der Silberpreis sehr stark an der Entwicklung des Goldpreises. Und genau hier erwarten die britischen Rohstoffexperten von Capital Economics 2019 eine deutlich bessere Entwicklung beim Gold. Sie halten 1.350 Dollar bis zum Jahresende 2019 für möglich. Das Preisziel beim Silber liegt bei 17,50 Dollar und damit immerhin um knapp 25% höher als zurzeit.

Das Potenzial bei den Edelmetallen sehen die Experten verstärkt auch deshalb, weil die US-Notenbank im kommenden Jahr dazu gezwungen sein könnte, die Zinserhöhungen auszusetzen. Noch läuft die US Wirtschaft zwar rund. Doch mehren sich mittlerweile die Anzeichen, dass hier das Pendel wieder umschlagen kann.

Gold-Silber-Verhältnis: Aktuell ist Silber extrem niedrig bewertet

Und hier kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt mit ins Spiel, den Sie kennen sollten: Das Gold Silber-Verhältnis. Diese Kennzahl ist im Rohstoffsektor sehr wichtig. Sie gibt schlicht und einfach an, wie viele Unzen Silber nötig sind, um eine Unze Gold zu kaufen.

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So schwach wie derzeit der Silberpreis notiert, erreicht dieses Verhältnis aktuelle einen Wert von knapp 85. Das ist einer der höchsten Werte bei diesem Verhältnis seit 20 Jahren – und das obwohl Gold mittlerweile auch nur bei 1.200 Dollar pro Unze notiert.

Fakt ist: Der historische Durchschnitt dieser Verhältniszahl liegt bei 50. Und wie Sie wissen, kehren solche Kennzahlen mittel- bis langfristig immer wieder zum historischen Durchschnitt zurück. Gerade Silber halten die Experten von Capital Economics auch noch wegen einiger fundamentaler Gründe für besonders attraktiv bewertet.

Minenangebot beim Silber legt nicht stark genug zu

Zwar hat sich zwar das Minenangebot im laufenden Jahr wieder erhöht. Allerdings wächst auf der anderen Seite die Nachfrage doch deutlich stärker an. Und genau hier sehen die Experten Angebotsengpässe beim Silber. Das liegt eben auch an zu wenigen neuen Minen und zu wenigen Erweiterungen von bestehenden Minen, die dann auch tatsächlich in Produktion kommen. Gerade dieser Aspekt ist extrem wichtig.

Geplant sind viele neue Minen und auch Erweiterungen bestehender Produktionsstätten. Doch ob diese tatsächlich dann auch in Produktion gehen, zeigt sich meist erst nach einigen Jahren. Diesen Aspekt untersuche ich hier regelmäßig bei der Analyse von aussichtsreichen Unternehmen sowohl aus dem Gold als auch aus dem jetzt attraktiveren Silberbereich.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.