Prognoseanpassungen schockieren Investoren

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In jüngster Vergangenheit kamen aus den Unternehmen massive Prognoseanpassungen. Die Investoren reagierten regelrecht schockiert. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Im Sommer 2019 kommen aus den deutschen Unternehmen triste Nachrichten. Beinahe täglich gibt es Gewinn- und Umsatzwarnungen. Mittlerweile sind auch angekündigte Massenentlassungen wieder auf der Agenda. Auffällig ist dabei, dass es allen voran aus der Industrie und dem Finanzektor Hiobsbotschaften zu vermelden gibt.

Chemieriese schockiert mit Gewinnwarnung

Selbst Großkonzerne wie der Ludwigshafener BASF-Konzern können angesichts des konjunkturellen Abwärtstrends ihre Umsatz- und Gewinnprognosen für das Jahr 2019 nicht mehr einhalten. Spannend in dem Kontext ist ferner, dass der Chemieriese zuerst den Abbau von sage und schreibe 6.000 Arbeitsplätzen ankündigte. Wenige Tage später kam dann noch die Anpassung der Jahresprognose.

Investoren hatten zwar schon im Vorfeld erwartet, dass BASF wegen der sich eintrübenden Weltkonjunktur und anhaltender Handelskonflikte die Ziele wohl nicht mehr wird erreichen. Dass der Konzern aber davon ausgeht, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie vor Sondereinflüssen 2019 sogar um bis zu 30 Prozent unter Vorjahresniveau liegen dürfte, schockierte alle Beobachter. Im Konsens war ein Anstieg zwischen einem und zehn Prozent erwartet worden. Erschwerend kam hinzu, dass die Ludwigshafener nun auch von leicht rückläufigen Umsatzerlösen ausgehen. Zuvor ging das Unternehmen ja von einem leichten Umsatzwachstum aus.

Ja, liebe Leser, die massive Prognoseanpassung von BASF kann schon als deutliches Warnsignal für die ganze Wirtschaft gewertet werden. Insbesondere die schwache Autokonjunktur wirkt als zusätzliches Damoklesschwert für die deutsche Wirtschaft. Der Stuttgarter Daimler-Konzern musste folglich schon zum zweiten Male innerhalb von nur drei Wochen (!!) seine Ziele für das Geschäftsjahr 2019 nach unten hin anpassen. Im zweiten Quartal rutschte der Autokonzern sogar in die Verlustzone ab.

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Aber auch aus der zweiten und dritten Reihe kommen schlechte Nachrichten aus den Unternehmen. Die Aktie des weltgrößten Herstellers von Abfüllanlagen für Getränke, Krones aus Neutraubling bei Regensburg, brach um mehr als 20 Prozent ein, nachdem das Unternehmen völlig überraschend die Jahresprognose extrem nach unten hin anpassen musste.

Das Papier des Spezialmaschinenbauers Aumann ging nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung in den freien Fall über. Die Aktie kostet jetzt nur noch 14 Euro. Zum Vergleich, im Jahr 2017 waren Investoren bereit, mehr als 90 Euro zu bezahlen. Ein epischer Verlust von mehr als 85 Prozent ist seither zu beklagen.

Und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Flut an Gewinnwarnungen in den kommenden Tagen und Wochen nicht abreißen wird. Es ist dringend angeraten, sich vor diesem Strudel bestmöglich zu schützen und solche schwachen Aktien zu meiden.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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