Promille in der Flasche, Prozente im Depot

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Ein gutes Glas Wein schmeckt uns vor allem in den sonnigen Monaten. Eine Aktie bleibt ein Geheimtipp. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der Frühling kommt mit großen Schritten. Mit ihm treibt es uns auch wieder stärker denn je nach draußen: Ob Wandern oder Radfahren, Viele von uns werden aktiver, wenn die Tage wieder länger werden. Nach sonnigen Stunden in der Natur gönnen wir uns gerne etwas Leckeres vom Grill oder kehren gemütlich ein.

Ein gutes Glas Wein ist dabei ein willkommener Begleiter. In der Heimat des Getränkekonzerns Schloss Wachenheim ist vor allem der Riesling sehr beliebt. Doch das Unternehmen hat mehr zu bieten und profitiert auch vom ein oder anderen knallenden Korken an Silvester. Wir haben die Aktie für Sie unter die Lupe genommen.

Bei Schloss Wachenheim stimmt das Geschäft

Doch zunächst ein paar Eckdaten zum Unternehmen. Schloss Wachenheim gehört zu den weltweit führenden Sektherstellern. Die Produktpalette reicht von Sekt und Schaumwein bis Perlwein und andere innovative Getränke auf Weinbasis. Das Unternehmen setzt jährlich rund 230 Mio Flaschen ab. Bekannte Marken sind Faber und Feist. Schloss Wachenheim ist solide ins neue Geschäftsjahr gestartet.

Zwar schrumpfte der Absatz im 1. Quartal um 1% auf 52,24 Mio Flaschen, der Umsatz zog aber um 6,3% an. Dem Konzern ist es gelungen, gestiegene Beschaffungskosten über Preiserhöhungen bei vielen Produkten an die Kunden weiterzugeben. Der Gewinn ging dagegen zweistellig zurück. Verantwortlich waren höhere Werbungs- und Personalaufwendungen in allen Absatzmärkten. Im Vorjahr fiel zudem ein Sonderertrag aus Anlagenverkäufen in Frankreich an.

Alle Regionen sind gewachsen und trugen jeweils gut 26 Mio € zum Umsatz bei. Während sich aber in Frankreich und Osteuropa die operative Marge aus den oben genannten Gründen verringert hat, gelang in Deutschland die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Das Gesamtjahr will Schloss Wachenheim mit einem leichten Absatzanstieg und einem dazu überproportionalen Umsatzwachstum abschließen. Der Gewinn soll das Vorjahresniveau erreichen.

Die Ziele sind realistisch. Zum einen dürften die Beschaffungskosten für Wein sinken, zum anderen sorgen in Deutschland steigende Realeinkommen, sinkende Arbeitslosenzahlen und günstige Finanzierungsbedingungen weiterhin für ein gutes Konsumklima. In Polen und Rumänien wird die Binnennachfrage aus den gleichen Gründen getrieben. Lediglich in Frankreich gehen die Konsumausgaben zurück.

Warum die Aktie Saison hat

Entscheidend für das Erreichen der Ziele wird aber der Verlauf des soeben abgeschlossenen 2. Quartals sein, in das das wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft gefallen ist. Wir halten die Aktie auch weiterhin für moderat bewertet. Trotz der attraktiven Dividendenrendite von rund 3,2% handelt Schloss Wachenheim noch immer unter dem Radar vieler Anleger. Davon lässt sich profitieren. Die Aktie hat Saison, gerade jetzt im Frühling.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.