ProSieben und Axel Springer: Auf zu neuen Medien

Die ProSiebenSat.1 Media AG knüpfte an die Erfolge des abgelaufenen Geschäftsjahrs an und setzte im 1. Halbjahr die dynamische Entwicklung konsequent fort. Der Umsatz legte um 12% zu. Die starke Entwicklung des Internet- und des eCommerce-Geschäfts konnte die schwache Entwicklung der TV-Sparte überkompensieren. Der Gewinn stieg um rund 9%

Rentabilität des Kerngeschäftes wird verbessert

Hohe operative Kosten schmälerten die Gewinne. ProSieben setzt auf eine Konzentrationsstrategie und spaltet unprofitable Geschäftssegmente ab. Nach dem Verkauf der Fernsehsender in Belgien und den Niederlanden stehen auch die skandinavischen Sender zum Verkauf. Die Einnahmen sollen größtenteils reinvestiert werden. Dabei steht neben der TV-Sparte auch der Ausbau des Online-Geschäftes im Vordergrund.

Der Bereich eCommerce soll durch neue Portfoliozugänge erweitert werden. ProSieben stellt privilegierten Start-Up-Unternehmen Werbezeit auf TV-Sendern zur Verfügung und wird im Gegenzug an Umsatz und Gewinn beteiligt.

ProSieben schafft neue Vertriebswege

In Kooperation mit Vodafone und dem Musikstreaming-Anbieter AMPYA ist ProSieben jetzt auch auf dem Telekommunikationsmarkt vertreten. Der exklusive Handytarif „ProSieben Smart“ bietet nicht nur Flatrates für Telefon und Internet an, sondern stellt auch Downloadpakete für Musik und Videos bereit.

Wir begrüßen die moderne Ausrichtung des Konzerns. In kürzester Zeit hat es ProSieben geschafft, neueste Vertriebswege für sich zu nutzen. Im laufenden Geschäftsjahr wird ProSieben seine Erfolgsserie fortsetzen. Wir erwarten eine weit überdurchschnittliche Kursentwicklung.

Unternehmensporträt

ProSiebenSat.1 ist mit einem Marktanteil von über 30,4% das größte und erfolgreichste Free-TV-Unternehmen Deutschlands. Mit ihren drei Sendern Sat.1, ProSieben und Kabel 1 ist die Sendergruppe auch die Nummer eins im TV-Werbemarkt.

Entstanden ist das Unternehmen im Jahr 2000 durch die Fusion von ProSieben Media AG und Sat 1. Durch den Erwerb von SBS Broadcasting Group ist im Jahr 2007 eine europäische Gruppe entstanden.

Axel Springer hat mit dem Branchenumbruch zu kämpfen

Das Printgeschäft stirbt aus. Im 2. Quartal ging der Umsatz der nationalen Zeitungen um fast 12% zurück. Doch die frühzeitige Umstellung auf moderne Medien zahlte sich aus. Schon 39% des Umsatzes werden mittlerweile über das digitale Geschäft erzielt. Tendenz steigend. Das Ziel ist klar formuliert.

Axel Springer möchte zum führenden digitalen Medienunternehmen aufsteigen

Dabei sind ePaper und andere Applikationen für Tablets oder Smartphones nur der Anfang einer gezielten Wachstumsstrategie. Besonders das Online-Geschäft lockt mit attraktiven Margen und geringen Distributionskosten. Doch die Marktbedingungen ändern sich schneller als angenommen. Durch den dramatischen Verfall des traditionellen Geschäfts ging der Umsatz und Gewinn im 1. Halbjahr leicht zurück. Die Digitalsparte schaffte es nicht, die Einbrüche zu kompensieren.

AS reagiert und trennt sich zum Jahreswechsel von traditionsreichen Zeitschriften. Darunter fallen bekannte Blätter wie die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt oder die Programmzeitschrift HÖRZU. Mit den Einnahmen soll vor allem das Internetgeschäft weiter vorangetrieben werden. Geplant ist die milliardenschwere Übernahme der Scout24-Gruppe.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir mit einem einstelligen Umsatzwachstum. Durch die Umstrukturierungskosten sollte der Gewinn aber auf Vorjahresniveau bleiben. Langfristig begrüßen wir die Umstellung auf das digitale Geschäft.

Unternehmensporträt

Der Axel Springer-Verlag (AS) wurde 1946 gegründet und ist mit der „Bild“ Europas größtes Zeitungshaus. Das Kerngeschäft liegt auf dem Printsektor mit Zeitungen wie Bild, Die Welt und Berliner Morgenpost sowie Zeitschriften, Druckereien und Vertriebsorganisationen.

Schwerpunkte der Auslandsaktivitäten im Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft sind Frankreich, Spanien und die Schweiz sowie in Osteuropa Polen, Ungarn und die Tschechei.

27. September 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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