ProSiebenSat.1: Ist das Ende der Talfahrt erreicht?

Kaum eine Aktie schneidet derzeit so schlecht ab wie ProSiebenSat.1 (Letzter Platz im DAX). Sie hat auf Jahressicht schon 23,4% abgegeben. (Foto: Deutsche Börse AG)

Kaum eine Aktie schneidet derzeit so schlecht ab wie ProSiebenSat.1; im DAX belegt sie den letzten Platz.

Auf Jahressicht hat sie bereits 23,4% abgegeben. Im Verlauf der vergangenen 12 Monate sind wir bei einem Minus von knapp 27%.

Im nachfolgenden Chart werden Sie sehen, dass sich der Wert des Papiers seit Ende 2015 bereits fast halbiert hat. Doch eventuell ist der Boden jetzt erreicht.

ProSiebenSat.1: Bodenbildung?

Kaufen und halten? – Diese Taktik haben Aktionäre der Sendergruppe bislang bereut. Besonders wer 2015 eingestiegen ist, hatte bis dato keine Freude.

Dazu kommt auch noch, dass Sorgenkind Sky seine Bundesliga-Rechte verkaufen musste, um weiterhin liquide zu sein.

Erzürnte Abonnenten gibt es alleine deshalb reichlich; viele werden kündigen oder haben dies bereits getan.

Speziell wenn Konkurrent DAZN die Bundesliga und noch viel mehr für 9,99 € pro Monat anbietet, ist das für die Nutzer sehr reizvoll.

Doch ist jetzt nach dem letzten massiven Abverkauf der ProSiebenSat.1-Aktie der Boden erreicht?

Immerhin wurde die große rote Wochenkerze zum Monats-Wechsel vorerst gestoppt.

Im Bereich um die 28 € liegt bereits ein Widerstand von 2014. Dass die Aktie unter diesem Wert notiert, ist bereits 4,5 Jahre her.

Somit besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Anleger hier erneut zugreifen.

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Orientieren Sie sich an der 50-Wochen-EMA-Linie

Der Wochenchart zeigt ebenfalls die 50-Wochen-EMA-Linie. Nachdem diese im Winter 2014 nach oben durchbrochen wurde, ging es steil bergauf.

Daran könnten Sie sich auch diesmal orientieren, um nicht vorschnell einzusteigen.

Denn nur weil die Kurse im Moment nicht weiter fallen, ist das noch lange kein Grund, dass die Aktie in ein paar Monaten wieder für 40 € gehandelt wird.

Überlegen Sie sich als Trader, warum und wann Sie in eine Aktie einsteigen!

Wir haben derzeit auch noch viel Abstand zu der besagten Durchschnitts-Linie. Es muss also nichts spontan entschieden werden.

Aus DAX-Sicht wäre es jedoch für die vermeintliche Jahresendrallye gut, wenn besonders auch das aktuelle Schlusslicht unter den DAX-Aktien wieder etwas Aufwind bekäme – auch wenn ProSiebenSat.1 nur mit 0,87% an der Index-Berechnung beteiligt ist.

DAX klettert wieder

Wo wir gerade beim Thema sind: Der DAX hat seine Seitwärts-pause beendet und am Freitag sogar intraday die 12.600 geknackt.

Jetzt notieren wir zwar wieder im Bereich 12.560-12.570, aber immerhin ist wieder etwas Bewegung drin.

Wichtig wird der Bereich um 12.660, also etwa 100 Punkte über den derzeitigen Kursen. Denn dort war bereits im Juli Schluss.

Sollte diese Marke geknackt werden, steht der Jahresendrally vorerst nichts mehr im Weg.

Wann könnte das geschehen? Schauen Sie in Ihren Kalender! Am Sonntag wählt Deutschland erneut die große Koalition – das sagen zumindest die aktuellen Umfragen.

Stabilität finden nicht nur die kreativen Köpfe hinter den Wahlplakaten von Merkel eine gute Idee, sondern auch die Masse der Marktteilnehmer.

Aus diesem Grund – sollte die große Koalition in die Verlängerung gehen – kann das genug Signalwirkung für die Börse haben.

Dann ist der Sprung über die 12.660 vorstellbar. Am kommenden Montag wissen wir mehr…

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.