ProSiebenSat1: Nach Rekordzahlen ein DAX-Kandidat

Die Münchner Sendegruppe ProSiebenSat1 hat heute Morgen die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr 2014 vorgelegt. Da es sich dabei erneut um Rekordzahlen handelt, sind die Chancen der Sendegruppe weiter gestiegen, in den deutschen Leitindex DAX aufzusteigen.

Wenn ein Unternehmen in den DAX aufsteigt, muss natürlich auch ein anderes Unternehmen absteigen. Da ist es an der Börse nicht anders als beispielsweise beim Fußball. Und als Abstiegskandidat Nummer 1 wird derzeit das Spezialchemieunternehmen Lanxess gehandelt.

Für das Unternehmen, welches im Jahr 2004 vom Bayer-Konzern ausgegliedert wurde, wäre ein Abstieg aus dem DAX allerdings zum einen nicht überraschend und zum anderen eher positiv als negativ. Keine Überraschung wäre es deshalb, weil Lanxess schon länger als DAX-Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt wird.

Warum ein Abstieg für Lanxess eher ein Segen als ein Fluch wäre ist eine andere Geschichte, auf die ich demnächst an dieser Stelle ausführlich eingehen werde. Jetzt aber zu unserem eigentlichen Thema – den Rekordzahlen von ProSiebenSat1.

Die Rekordzahlen von ProSiebenSat1 im Detail

ProSiebenSat1 erreichte wie zuvor bereits angekündigt ein Jahr früher das ursprüngliche Umsatzziel für 2015. Dies teilte das Unternehmen heute Morgen mit. Der Umsatz legte 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 10,4% auf 2,88 Mrd. Euro zu.

Zum Umsatzplus trugen deutlich gestiegene Werbeeinnahmen der TV-Sender bei, die noch immer fast drei Viertel des Umsatzes ausmachen.

Das Unternehmen profitierte von der robusten deutschen Konjunktur, die einen starken Einfluss darauf hat, wie viel Geld die Werbekunden für Fernsehspots und andere Werbung ausgeben. Auch für das laufende Jahr sind die Konjunkturaussichten mindestens solide, sodass ProSiebenSat1 auch weiterhin mit Rückenwind rechnen kann.

Die Aktionäre können sich über eine Dividende von 1,60 Euro pro Aktie freuen, die damit um 13 Cent höher ausfallen wird als im Vorjahr. Das entspricht auf Basis des aktuellen Kurses der ProsiebenSat1-Aktie einer Dividenden-Rendite von guten 3,76%.

Das Unternehmen kann es sich jedoch angesichts des sehr ordentlichen Gewinns leisten, eine solch attraktive Dividende auszuschütten. Denn: Unterm Strich verdiente das Medienunternehmen 373,5 Mio. Euro und damit 4% mehr als im Vorjahr.

Ausblick trotz guter Vorzeichen eher nüchtern

Doch beim Ausblick auf das laufende Jahr blieb der Vorstand trotz Rückenwindes von der Konjunktur zum Teil zurückhaltend. Beim um Sondereffekte wie etwa Umbaukosten bereinigten operativen Gewinn sagen die Münchner lediglich eine Steigerung voraus, ohne dabei näher ins Detail zu gehen.

Gleiches gilt für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Im vergangenen Jahr konnte ProSiebenSat1 in diesen Bereichen noch um 4 bzw. 7% zulegen. Dadurch, dass das Unternehmen jetzt keine konkreten Zahlen nennt, lässt der Vorstand jedoch Luft für positive Überraschungen im laufenden Jahr.

DAX-Aufstieg eher im September als im März

Da sich der Kurs des eingangs angesprochenen DAX-Abstiegskandidaten Nummer 1, Lanxess, in den vergangenen Wochen sehr gut entwickelt hat, ist aktuell davon auszugehen, dass ProSiebenSat1 und Lanxess nicht schon im März sondern eher im September 2015 ihre Plätze tauschen werden.

Zum Hintergrund: Im September eines jeden Jahres findet der sogenannte ordentliche Anpassungstermin für die wichtigsten deutschen Aktienindizes statt. Und bei diesem ordentlichen Anpassungstermin sind die Aufstiegschancen für ProSiebenSat1 größer als beim nächsten außerordentlichen Anpassungstermin im März.

Fazit: Spätestens wenn ProSiebenSat1 voraussichtlich im September des laufenden Jahres in den DAX aufsteigen wird, sollte das der Aktie zusätzlichen Auftrieb geben. Die trotz derzeit guter Rahmenbedingungen eher nüchterne Prognose für 2015 lässt Lust für positive Überraschungen und damit für positive Impulse für die ProSiebenSat1-Aktie.

Das Hauptrisiko besteht aus meiner Sicht darin, dass sich das sich die Konjunktur in Deutschland abkühlen könnte. Dies hätte deutlich negative Folgen auf die Aktie des Münchner Medienunternehmens.

26. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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