PSA Aktie: Kommen jetzt Entlassungen bei Opel?

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Erneut stehen bei Opel tausende Stellen auf dem Spiel – die PSA Aktie hingegen konnte zuletzt durchstarten. (Foto: JuliusKielaitis / shutterstock.com)

Opel-Krise und kein Ende in Sicht: Einmal mehr droht der Streit um den Erhalt der Arbeitsplätze beim schwächelnden Autobauer zu eskalieren.

Bis zu 3.700 der insgesamt 19.000 Stellen könnten gefährdet sein. So viele jedenfalls plant der neue französische Mutterkonzern PSA, zu dem auch die Marken Citroen und Peugeot gehören, noch bis 2020 bei Opel in Deutschland abzubauen. Das erklärte Ziel sind Einsparungen bei den Personalkosten.

PSA plant Stellenabbau – Betriebsrat hält dagegen

Doch der Betriebsrat hält dagegen: Rund 2.000 Beschäftigte sind demnach bereits über Vorruhestands- und ähnliche Regelungen freiwillig aus dem Konzern ausgeschieden, weitere 2.000 könnten bis zum Jahr 2020 folgen. Damit wäre nach Einschätzung der Arbeitnehmervertreter das Sparziel des PSA Konzerns erfüllt. Vor allem Lohnkürzungen für die verbleibende Belegschaft will die Arbeitnehmerseite verhindern.

Zudem wurde kritisiert, dass die bisherigen Modellvorschläge von PSA gerade einmal für die Sicherung von 1.800 Stellen in Deutschland reichen würden. Hier forderten Arbeitnehmervertreter deutliche Nachbesserungen.

Besonders sauer stößt ihnen auf, dass die Konzernführung ihrer Einschätzung nach versucht, die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen. Um beispielsweise das kleinste deutsche Werk in Eisenach mit 1.800 Mitarbeitern zu retten, sollen sich offenbar sämtliche 19.000 Beschäftigten auf Lohneinbußen einlassen. Demnach sollen Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt und eine Tariferhöhung verweigert werden. Betriebsratschef Berthold Huber sprach in diesem Zusammenhang von „Erpressung“ und forderte die PSA-Führung auf, ein für beide Seiten verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

Auch die Bundesregierung schaltet sich mittlerweile in den Konflikt ein. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil haben demnach das Gespräch mit PSA gesucht, um sich für den Erhalt der deutschen Arbeitsplätze einzusetzen. Es war von konstruktiven Gesprächen die Rede, ohne dass genaue Details bislang öffentlich geworden wären.

PSA Aktie: Opel bleibt Sorgenkind

Der französische Konzern hatte Opel 2017 vom US-Konkurrenten General Motors übernommen und dafür rund 2,2 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt. Bereits unter GM stand Opel immer wieder in den Schlagzeilen, schon damals wurde um Standorte und Arbeitsplätze gekämpft. Und auch unter der neuen Leitung bleibt Opel offenbar Sorgenkind und Sanierungsfall, obgleich sich PSA im Zuge der Übernahme einiges an Zugeständnissen abringen ließ, die zur Bedingung für die Genehmigung gemacht wurden – darunter eben auch der Erhalt deutscher Standorte und Arbeitsplätze.

Bei Opel selbst hat unterdessen geradezu eine Fluchtbewegung der Mitarbeiter eingesetzt. Viele wollen lieber freiwillig gehen, bevor sie ihren Arbeitsplatz betriebsseitig verlieren. Zudem sorgt sich die Belegschaft um die Zukunft der Marke und fürchtet, dass diese mit der Zeit immer stärker ausgedünnt werden könnte.

Anleger hingegen waren dem PSA Konzern in letzter Zeit wieder stärker zugewandt: Allein im vergangenen Monat schnellte der Kurs um gut 8 Prozent in die Höhe. In Frankfurt wurde das Papier zuletzt zu einem Preis von 20,50 Euro gehandelt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.