Pulsion Medical Systems besetzt einträgliche Nische

Pulsion Medical Systems hat sich auf Monitorlösungen spezialisiert, die den Pflegekräften und Ärzten wichtige Informationen liefern. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Mit den von Pulsion entwickelten Technologien lässt sich eine Vielzahl an Parametern messen und berechnen, die die Blut- und Sauerstoffversorgung des Körpers und den Zustand wichtiger Organsysteme präzise widerspiegeln.

In dem traditionellen Kerngeschäftsfeld Critical Care produziert das Unternehmen Medizinprodukte für Diagnostik und Überwachung von Patienten mit kritischem Gesundheitszustand, die bisher schwerpunktmäßig auf der Intensivstation und mit Einführung der neuen Produktlinien vermehrt auch im Operationssaal eingesetzt werden.

Die eigenen Produkte überwachen schwerkranke Patienten wesentlich umfassender als Standard-Monitorsysteme. Daraus resultiert ein Zeit- und Informationsvorsprung, wodurch frühzeitig Therapien begonnen und Komplikationen vermieden werden können.

Durchblutung sichtbar machen

Mit der Perfusionsdiagnostik mittels bildgebender Verfahren baut sich das Unternehmen ein zweites Geschäftsfeld auf, für das es vielversprechende Perspektiven ausgemacht hat.

Pulsion macht hier die Durchblutung von Geweben und Organen sichtbar, um damit beispielsweise krankhafte Veränderungen der Blutgefäße zu visualisieren oder während und nach Operationen die ausreichende Blutversorgung von Geweben zu überprüfen. Pulsion nutzt dazu ein eigenes Diagnostikum (ICG-Pulsion), das nach Eingabe in die Blutbahn zur Fluoreszenz angeregt wird.

Ein optisch-bildgebendes System macht die Gefäße schließlich sichtbar. Nach Aussage von Pulsion ist diese Technologie eine echte Alternative zu bildgebenden Röntgenverfahren und kommt zudem ohne Strahlenbelastung aus.

Aufgrund seiner Eigenschaften ist das Arzneimittel ICG-Pulsion dabei in verschiedenen Bereichen anwendbar, und das Verfahren wird auch in der Augenheilkunde, in der Neurochirurgie sowie in der Viszeral- und plastischen Chirurgie eingesetzt. Derzeit besitzt Pulsion in neun europäischen Ländern die alleinige Arzneimittelzulassung.

Tragfähiges Geschäftsmodell

Neben dem eigenen Vertrieb sind Partnerschaften mit den führenden Herstellern von integrierten Patienten-Monitoring- Systemen wie Dräger, GE Healthcare und Philips Healthcare von besonderer Bedeutung. Sie forcieren die Verbreitung der Pulsion Monitoring- Technologien. Zudem überzeugt das Geschäftsmodell dadurch, dass Pulsion zunehmend unabhängiger vom Verkauf der eigentlichen Monitore ist.

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Hier kommen dem Unternehmen die bereits installierten Monitore sowie der Umstand zugute, dass nach dem Monitorverkauf immer wiederkehrende Umsätze mit Verbrauchsartikeln erzielt werden, die sich zudem durch höhere Gewinnmargen auszeichnen. Inzwischen machen diese wiederkehrenden Umsätze mehr als 80% des gesamten Umsatzes aus.

Neue Rekorde

Auch die Entwicklung der Ergebnisse spricht für die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Im 1. Halbjahr erhöhte sich der Umsatz um 7,3% auf 18,5 Mio. €. Dazu trug insbesondere das kräftige Wachstum im Bereich Perfusion bei.

Hier legte der Umsatz mit 15,2% im siebten Quartal hintereinander zweistellig zu. Das größte Geschäftsfeld Critical Care wuchs um 5,6%. Überproportional zu den Einnahmen stieg der Gewinn je Aktie um 21,4% auf 51 Cent, was auch an dem zunehmenden Umsatzanteil an Verbrauchsmaterialien sowie an gesunkenen Kosten lag.

Pulsion plant weiteres Wachstum

Auch im 3. Quartal scheinen die Geschäfte gut zu laufen, wie die jüngst präzisierten und angehobenen Prognosen für das Gesamtjahr implizieren. Pulsion erwartet für 2013 ein Umsatzwachstum von mindestens 6% und eine EBIT-Marge von 23%. Auch für 2014 sollen diese Zielgrößen als Untergrenze erreicht werden.

Dabei bezeichnet Pulsion das Geschäftsjahr 2013 als ein „Jahr des Anlaufnehmens“. Das Unternehmen plant, die Kosten für Forschung und Entwicklung um mehr als 30% zu steigern. Zudem sollen die Vertriebs- und Marketingkosten deutlich ausgeweitet werden. Regional beabsichtigt das Unternehmen insbesondere in den USA seine Präsenz deutlich zu verstärken. Auch eine kleine Akquisition ist nicht ausgeschlossen.

Pulsion ist hochprofitabel

Bezüglich seiner Größe kann Pulsion zwar nicht mit den Mächtigen der Medizintechnikbranche mithalten, in Sachen Profitabilität braucht sich das Unternehmen aber nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Pulsion ist mit einer Umsatzrendite von 20% hoch profitabel.

Auch künftig sollte das Unternehmen sein profitables Wachstum fortsetzen können. Eine kerngesunde Bilanz sowie ein starker Cashflow geben genug Spielraum, weiter in den Ausbau des Geschäfts zu investieren. Abgerundet wird das vielversprechende Gesamtbild durch eine nicht zu hohe Bewertung der Aktie (KGV 2013: 11,4) sowie einer ansehnlichen Dividendenrendite von über 3%.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.