PWO: Mittelständischer Autozulieferer wächst weiter

Der mittelständische Autozulieferer Progress-Werk Oberkirch (PWO) hat vor wenigen Tagen seinen 9-Monats-Bericht vorgelegt.

Die PWO-Aktie, die im laufenden Jahr um rund 25% zugelegt hat, nähert sich in der Folge wieder der runden 50-€-Marke, die sie bereits im Mai dieses Jahres kurzzeitig übersprungen hatte.

Bevor ich gleich im Detail auf die 9-Monats-Zahlen und den Ausblick für 2017 eingehe, stelle ich Ihnen den eher unbekannten deutschen Autozulieferer zunächst kurz vor.

PWO: Der Leichtbau-Spezialist

PWO ist ein nach eigenen Angaben weltweit führender Entwickler und Hersteller von Metall-Komponenten und Systemen in Leichtbauweise.

Die Firma wurde bereits im Jahr 1919 gegründet und hat in ihrer fast 100-jährigen Geschichte ein einzigartiges Know-how in der Umformung und Verbindung von Metallen aufgebaut.

Der deutsche Standort Oberkirch zählt heute rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mit weiteren Standorten in der Tschechischen Republik, Kanada, Mexiko und China ist PWO weltweit vertreten. Insgesamt hat der Konzern ca. 3.300 Beschäftigte.

Das Unternehmen ist Partner der globalen Automobil-Industrie für Entwicklung und Produktion innovativer Produkte in diesen 3 Bereichen:

  1. „Mechanische Komponenten für Elektrik und Elektronik“,
  2. „Sicherheits-Komponenten für Airbag, Sitz und Lenkung“,
  3. „Komponenten und Subsysteme für Karosserie und Fahrwerk“.

Die 9-Monats-Zahlen im Überblick

Kommen wir nun zu den 9-Monats-Zahlen: PWO hat in den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres ein starkes Wachstum generiert.

Hierzu trugen nach Unternehmens-Angaben anhaltend hohe Kunden-Abrufe sowie die Weitergabe gestiegener Materialpreise bei.

Der Umsatz legte in den ersten 9 Monaten dieses Jahres um 11,9% von 309,2 auf 346,0 Mio. € zu.

Der operative Gewinn (EBIT) vor Währungs-Effekten stieg von 17,8 auf 18,7 Mio. €. Das bedeutet ein Plus von 5,1%.

Inklusive der negativen Währungs-Effekte verbesserte sich das EBIT von 16,0 auf 16,2%. Die EBIT-Marge verringerte sich von 5,1 auf 4,5%.

Der Netto-Gewinn, der im Vorjahr noch bei 8,4 Mio. € lag, reduzierte sich leicht auf 8,2 Mio. € Der Gewinn je Aktie ging von 2,70 € auf 2,61 € zurück.

Prognose für 2017 bestätigt

Mit der – trotz hoher Sonder-Aufwendungen – insgesamt positiven Entwicklung in den Monaten Januar bis September dieses Jahres untermauert das PWO-Management im Rahmen der Vorlage der 9-Monats-Zahlen erneut die eigene Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Wie bereits im Halbjahres-Bericht kommuniziert, ist das Umsatzziel von 450 Mio. € auf Jahressicht (davon rund 20 Mio. € aus Materialpreis-Effekten) als konservativ einzuschätzen.

Dies teilte PWO im Rahmen der Vorlage der 9-Monats-Zahlen mit. Mit anderen Worten: Der Umsatz sollte schlussendlich die Marke von 450 Mio. € eher überschreiten.

„Die Prognose für das EBIT vor Währungs-Effekten von 23 – 24 Mio. € sehen wir inzwischen als abgesichert an“, verkündete PWO weiterhin.

Meine Einschätzung: Aus meiner Sicht ist die PWO-Aktie weiterhin einen Blick wert.

Denn deren Produkte und technischen Lösungen werden unabhängig von der Antriebsform eines Fahrzeugs benötigt, da das Thema Leichtbau beim Bau von Automobilen immer eine Rolle spielt.

Darüber hinaus ist die Bewertung von PWO aktuell eher fair als zu ambitioniert.

6. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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