PWO überzeugt mit guten Halbjahreszahlen

Der mittelständische Autozulieferer Progress-Werk Oberkirch (PWO) verzeichnet in den ersten 6 Monaten dieses Jahres weiteres Wachstum. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der mittelständische Autozulieferer Progress-Werk Oberkirch (PWO) hat heute seine Zahlen für das 1. Halbjahr 2018 vorgelegt. Das Unternehmen konnte trotz Diesel-Skandal und Handelsstreitigkeiten bei nahezu allen Kennzahlen zulegen; teils sogar sehr deutlich.

Bevor wir uns gleich die Zahlen im Detail anschauen, stelle ich Ihnen das Geschäftsmodell von PWO kurz vor, da es sich bei diesem Unternehmen, im Vergleich zu den größeren Konkurrenten Continental, Schaeffler, Hella, Leoni und Co., um einen eher unbekannten deutschen Autozulieferer handelt.

PWO ist der Leichtbau-Spezialist unter den Autozulieferern

PWO ist ein nach eigenen Angaben weltweit führender Entwickler und Hersteller von Metall-Komponenten und Systemen in Leichtbauweise. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1919 gegründet und hat in seiner fast 100-jährigen Geschichte ein großes Know-how in der Umformung und Verbindung von Metallen aufgebaut.

Sämtliche der mehr als 1.000 Produkte von PWO dienen der Sicherheit und dem Komfort im Automobil. Mehr als 90% des Umsatzes sind unabhängig von der Art des Fahrzeugantriebs (PWO ist also nicht vom Verbrennungsmotor abhängig). Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 3.400 Mitarbeiter auf 3 Kontinenten, an 5 Produktions- und 4 Montagestandorten.

PWO ist Partner der globalen Automobil-Industrie für Entwicklung und Produktion innovativer Produkte in den Bereichen „Mechanische Komponenten für Elektrik und Elektronik“, „Sicherheits-Komponenten für Airbag, Sitz und Lenkung“ sowie „Komponenten und Subsysteme für Karosserie und Fahrwerk“.

PWO legt im 1. Halbjahr 2018 in nahezu allen Bereichen zu

Kommen wir nun zu den heute veröffentlichten Zahlen: PWO legte im 1. Halbjahr 2018 beim Umsatz um 6,7% auf 248,7 Mio. Euro zu. Währungsbereinigt konnte der Umsatz sogar um 9,2% gesteigert werden.

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Der operative Gewinn (EBIT) vor Währungseffekten stieg von 12,3 auf 13,5 Mio. Euro (+9,8%). Inklusive der Währungseffekte legte das EBIT von 10,4 auf 13,7 Mio. Euro zu (+31,7%). Der Nettogewinn verbesserte sich von 5,9 auf 7,2 Mio. Euro, was ein deutliches Plus von 22% bedeutet.

„Wir liegen im 1. Halbjahr insgesamt auf Planniveau und auf Kurs, unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen“, teilte das Unternehmen im Rahmen der Vorlage der Halbjahreszahlen mit.

Vorausgesetzt es kommt zu keiner gravierenden Abschwächung des konjunkturellen Umfelds, sollen im Gesamtjahr 2018 ein Umsatz von 500 Mio. Euro und ein EBIT vor Währungseffekten von 25 bis 26 Mio. Euro erreicht werden.

Das würde beim Umsatz ein Plus von 8,5% im Vergleich zum Vorjahreswert von 461 Mio. Euro bedeuten und beim um Währungseffekte bereinigten EBIT ein Plus von bis zu 11,1% im Vergleich zum Vorjahreswert von 23,4 Mio. Euro.

Meine Einschätzung: Aus meiner Sicht ist die PWO-Aktie weiterhin einen Blick wert. Denn die Produkte und technischen Lösungen von PWO werden unabhängig von der Antriebsform eines Fahrzeugs benötigt, weil das Thema Leichtbau beim Bau von Automobilen immer eine Rolle spielt (weniger Energieverbrauch). Darüber hinaus ist die Bewertung von PWO aktuell vergleichsweise günstig, da der Aktienkurz zuletzt unter der schlechten Branchenstimmung gelitten hat.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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