Qiagen kauft in Kursschwäche hinein eigene Aktien zurück

Branchen – industrieblick ado

Der im MDax und TecDax gelistete Biotech-Konzern Qiagen kauft eigene Aktien zurück. Warum und was das für die Anleger bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag. (Foto: industrieblick / Adobe Stock)

Seit Veröffentlichung der positiven Impfstoff-Nachricht am Montag ist eine gewisse Sektorrotation an den Börsen zu beobachten. Corona-Profiteure werden mehrheitlich verkauft und Aktien von Unternehmen, die besonders unter Corona litten und noch leiden, werden gekauft.

Das ist teilweise nachzuvollziehen, nimmt aber an der einen oder anderen Stelle auch geradezu absurde Züge an. So zum Beispiel bei dem deutsch-niederländischen Biotech-Unternehmen und DAX-Kandidaten Qiagen.

Das im MDax- und TecDax gelistete Unternehmen profitiert in diesem Jahr deutlich von der Corona-Pandemie. Qiagen liefert Corona-Testsysteme. Obwohl das Unternehmen stark von der Pandemie profitiert, war der Aktienkurs im laufenden Jahr nur vergleichsweise moderat gestiegen, während einige Cororna-Profiteure extrem stark zugelegt haben.

So verwundert es, dass die Qiagen-Aktie zu Beginn dieser Woche – nach der positiven Corona-Impfstoff-Nachricht – so stark unter Druck geraten war. Zumal auch noch über viele Monate eine sehr hohe Nachfrage nach Corona-Tests da sein wird.

Aktienrückkaufprogramm gestartet

Offensichtlich konnte auch das Qiagen-Management den Kursrutsch nicht so recht nachvollziehen und hat angekündigt, eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Das machen Unternehmen regelmäßig dann, wenn dem Management der Aktienkurs zu niedrig erscheint.

Qiagen hat angekündigt, bis zum 17. Dezember eigene Aktien für bis zu 100 Mio. US-Dollar zurückzukaufen. Auf Basis des gestrigen Xetra-Schlusskurses kann das Unternehmen rund 2 Mio. Aktien zurückkaufen. Die Ankündigung des Aktienrückkaufprogramms hat den Kurs der Qiagen-Aktie wieder etwas angetrieben.

Angesichts der zuletzt sehr guten Zahlen, über die ich neulich an dieser Stelle berichtet habe und der nach wie vor guten Perspektiven des Unternehmens, erscheint mir der Aktienkurs dennoch etwas zu niedrig.

Nun möchte ich mit Ihnen noch einmal allgemein auf das Thema Aktienrückkäufe blicken und Ihnen erläutern, was es damit auf sich hat.

So wirken sich Aktienrückkäufe aus

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal „einzieht“), hat das mehrere positive Wirkungen:

1) Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).

2) Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die  Dividenden-Rendite.

3) Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.

4) Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Aktienrückkäufe positiv für Sie als Aktionär sind. Sie sollten aber darauf achten, dass Unternehmen nicht zu viel vom Gewinn in Aktienrückkäufe investieren, damit noch genügend Geld zur Finanzierung des weiteren Wachstums und für schlechte Zeiten in der Kasse bleibt.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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