Qiagen: Nachfrage nach Corona-Testkits beflügelt die Geschäfte

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Der Diagnostik-Konzern Qiagen reitet die Corona-Welle: Vorläufige Ergebnisse liegen deutlich über der bisherigen Planung. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Noch rund zwei Wochen läuft die Frist zur Annahme des Übernahmeangebots durch den US-Laborausrüster Thermo Fisher. Die Offerte für 39 Euro je Aktie bewertet den Tec-DAX-Konzern Quiagen mit 10 Milliarden Euro. Der aktuelle Aktienkurs ist zuletzt nach vorläufigen Umsatzzahlen bereits auf über 40 Euro nach oben geklettert und notiert damit über dem Niveau der Kaufofferte. Hinter vorgehaltener Hand dürften die Forderungen nach einer Erhöhung des Angebots damit zunehmend lauter werden.

Qiagen – weltweit führend in der Molekulardiagnostik

Bevor ich auf die vorläufigen Geschäftszahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell der Firma gerne näher vorstellen. Qiagen ist eine niederländische Holdinggesellschaft, die sich zu den weltweit führenden Anbietern von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien zählt. Mit diesen Technologien werden Biomoleküle wie DNA, RNA und Proteine isoliert und sichtbar gemacht. Das Angebot des Unternehmens umfasst über 500 Verbrauchsprodukte sowie Lösungen zu deren Automatisierung.

Die Testtechnologien bilden nach eigenen Angaben eines der weltweit breitesten Portfolios molekulardiagnostischer Tests. Zum Angebot gehören eine breite Palette an Nachweisverfahren für Infektionskrankheiten sowie therapiebegleitende Diagnostika. Die Produkte des Konzerns werden weltweit an molekulardiagnostische Labore, wissenschaftliche Forschungsinstitute, Unternehmen aus der Pharmazie oder Biotechnologie sowie an Kunden in angewandten Märkten verkauft (u.a. Forensik, Tier- und Nahrungsmittelkontrolle und pharmazeutische Prozesskontrolle). Der Vertrieb erfolgt über ein Netz von Händlern in über 100 Ländern.

Corona-Welle sorgt bei Qiagen für Auftrieb

Unter anderem hat Qiagen auch Testkits zum Nachweis des Coronavirus entwickelt, was momentan für kräftigen Rückenwind sorgt. Derzeit wird der Konzern von der Nachfrage nach diesen Testkits regelrecht überrannt. Das hat laut Unternehmensangaben entsprechend positive Auswirkungen auf die Ergebnisse im zweiten Quartal.

In harten Zahlen: Der vorläufige Umsatz lag im zweiten Quartal wechselkursbereinigt bei 381,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von knapp 19% und lag deutlich über den Erwartungen der Analysten. Sie müssen wissen: Im Vorfeld der Zahlen hat das Unternehmen selbst „nur“ mit einem Zuwachs von mindestens 12% gerechnet.

Gewinn schnellt in die Höhe

Noch stärker ging es bei der Entwicklung der Ertragskraft voran. Das Ergebnis je Aktie lag im abgelaufenen Vierteljahr zwischen 55 und 56 Cent je Aktie. Damit wurde die firmeneigene Prognose, die erst Anfang Mai kommuniziert wurde, um mindestens 66% übertroffen. Während die Nachfrage nach den Testkits durch die Decke geht, ist der Konzern vorrangig damit beschäftigt, die Produktionskapazitäten möglichst schnell auszubauen.

Ende der Angebotsfrist rückt näher

Mit guten Ergebnissen im Rücken steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Thermo Fisher beim Übernahmepreis vielleicht noch eine Schippe drauflegt. So zumindest die Argumentation der Befürworter der Qiagen-Aktie. Am 27. Juli läuft die Angebotsfrist mit einer Mindestannahmeschwelle von 75% ab. Eine weitere Annahmefrist ist gegebenenfalls für den 31. Juli bis 13. August geplant. Bis dahin hat Qiagen auch seinen kompletten Quartalsbericht veröffentlicht (04. August) und dann eine aktualisierte Prognose für den restlichen Jahresverlauf bekanntgegeben.

Dann könnte es sein, dass sich die Wertentwicklung des Krisengewinners Qiagen nochmals verbessert. Ohnehin können sich Anleger, die seit dem Jahreswechsel bereits investiert waren, bereits über einen beachtlichen Wertzuwachs von 30% freuen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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