Qiagen trotzt der Börsenschwäche

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Der deutsch-niederländische Biotech-Spezialist und Corona-Profiteur Qiagen ist auch ohne Übernahme gut unterwegs und die Aktie einen Blick wert. (Foto: Romaset / shutterstock.com)

Der im MDax und TecDax notierte Biotech-Spezialist Qiagen trotzte heute weitgehend dem sehr schwachen Gesamtmarkt (DAX: -4,37%). Während DAX und Co. einen der schwächsten Handelstage seit Monaten erlebten, gab die Aktie des Corona-Profiteurs Qiagen nur leicht um 1% nach.

Im heutigen Schlussgong möchte ich auf eine aktuelle Übernahme von Qiagen blicken und auf das, was bei dem Unternehmen sonst in den vergangenen Tagen und Wochen los war. Starten wir mit der aktuellen Übernahme.

Qiagen kauft Corona-Test-Spezialisten

Qiagen hat vor wenigen Tagen das US-Diagnostikunternehmen Neumodx komplett übernommen. Das MDax– und TecDax-Unternehmen übte eine Call-Option aus und sicherte sich damit die restlichen 80,1% an Neudomx für insgesamt 248 Mio. US-Dollar in bar. Die US-Kartellbehörde hat bereits zugestimmt.

Qiagen hatte bereits im Jahr 2018 19,9% der Anteile an dem US-Unternehmen erworben und sich die Option auf die restlichen 80,1% gesichert. Neumodx verfügt über zwei Diagnostikgeräte, auf denen Corona-Schnelltests laufen. Damit ist nicht nur Qiagen Corona-Profiteur, sondern auch die neue Tochter Neumodx.

Neuer Corona-Schnelltest

In Sachen Corona-Schnelltests ist auch darüber hinaus noch so einiges passiert: Zunächst ist der US-amerikanische Biotech- und Pharmakonzern Abbott Laboratories mit einem neuen Corona-Schnelltest vorgeprescht und hat die Konkurrenz in Zugzwang gebracht. Im Anschluss setzte der Schweizer Pharmariese Roche ein ähnlich dickes Ausrufezeichen.

Doch wenig später schlug Qiagen zurück: Mithilfe eines kleinen digitalen Testsystems sollen SARS-CoV-2-Antigene bei Menschen mit aktiven Infektionen innerhalb von nur 15 Minuten nachgewiesen werden. Das System könne 30 Abstriche pro Stunde verarbeiten, so das Unternehmen.

„Im 4. Quartal sollen zwei Versionen des Antigentests auf den US-amerikanischen Markt kommen, eine für Labore und eine für den dezentralen Einsatz am so genannten Point of Care (POC)”, teilt Qiagen mit.

Das Unternehmen werde bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einen Antrag auf Eilzulassung (EUA) stellen und in Europa die CE-IVD-Registrierung anstreben. Das könnte die zuletzt schon sehr dynamische Umsatz- und Ergebnisentwicklung von Qiagen noch einmal beschleunigen.

Auch ohne Übernahme gut unterwegs

Der US-Konzern Thermo Fisher wollte Qiagen vor wenigen Wochen übernehmen und hatte im laufenden Jahr zunächst 39 Euro je Qiagen-Aktie geboten. Die Offerte wurde später noch auf 43 Euro je Aktie angehoben. Dennoch nahmen nur 47% der Qiagen-Aktionäre an. Damit wurde die Mindestannahmeschwelle von 66,7% deutlich verfehlt. Der Deal ist (vorerst) geplatzt.

Aus meiner Sicht ist Qiagen ohne diese Übernahme besser dran. Denn angesichts der durch die Corona-Pandemie deutlich verbesserten Umsatz- und Ergebniserwartungen von Qiagen war selbst die nachgebesserte Offerte von 43 Euro je Aktie zu niedrig. Aufgrund dessen, dass die Aktie derzeit etwas unter dem jüngsten Angebot notiert, ist sie einen Blick wert.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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