Qualcomm erhöht NXP-Offerte auf 43,2 Mrd. Dollar

Qualcomm stockt die NXP-Offerte auf. Ein großer Sieg für Übernahme-Aktivist Elliott Management. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen hatte Ihnen der Übernahme-Sensor des öfteren vom spannenden Bieterkampf um den US-Chipriesen Qualcomm berichtet. Der ist aber nicht nur Broadcoms begehrtes Übernahme-Ziel, sondern möchte auch selbst gerne zukaufen.

Bereits seit Herbst 2016 versucht der Konzern den kleineren Branchenkollegen NXP Semiconductor zu schlucken. Dass der Deal immer noch nicht abgeschlossen werden konnte, liegt an den vielen Genehmigungen, die für den 37,3 Mrd. Dollar schweren Deal eingeholt werden müssen.

Und während sich der Genehmigungsprozess hinzog, kam es für Qualcomm zu weiteren Deal-Komplikationen. Finanzinvestoren hefteten sich an den Deal und verlangten einen höheren Übernahme-Preis.

Heute zeigt sich, dass die Finanzinvestoren damit erfolgreich waren. Qualcomm erhöhte den Kaufpreis für NXP um rund 5 Mrd. Dollar auf 43,2 Mrd. Dollar.

Aktie frühzeitig über Angebotspreis

Obwohl das NXP-Management die Übernahme unterstützte, hätte Qualcomm ohne die Angebotserhöhung keine Chance gehabt den Deal abzuschließen. Im Übernahme-Vertrag war ausgemacht, dass 80% der NXP-Aktionäre dem Preis zustimmen müssen, doch bislang hatte kaum jemand seine Anteile an den Bieter abgegeben.

Dies lag auch am NXP-Aktienkurs, der relativ schnell über den Angebotspreis stieg. Am vergangenen Freitag ging das Papier zu 118,50 Dollar aus dem Handel, Qualcomms Angebotspreis lag bei 110 Dollar je Aktie.

Übernahme-Aktivisten drohten Deal platzen zu lassen

Sperrspitze der Investoren, die auf eine Angebotserhöhung drängten, war bei NXP der Übernahme-Aktivist Elliott Management. In Deutschland ist der Investor ebenfalls sehr engagiert und ist unter anderem für seine Investitionen in die Übernahme-Kandidaten Uniper und Stada bekannt.

Elliott ist mit seinem aggressiven Kurs überaus erfolgreich und rechnete bei NXP vor, dass der Chip-Hersteller selbst ohne Übernahme 135 Dollar je Aktie wert sei. Andere Investoren hatten zwar niedrigere Übernahme-Preisvorstellungen, doch die Argumentation ging in die gleiche Richtung. Das Angebot muss erhöht werden, oder man werde den Deal zu Fall bringen.

Kompromiss im Rahmen der Analysten-Erwartungen

Jetzt einigten sich Qualcomm und führende NXP-Investoren auf ein neues Angebot. Es wurden zwar nicht die 135 Dollar je Aktie, die Elliott als fiktive Preisuntergrenze nannte, doch immerhin 127,50 Dollar – und damit 16% mehr als Qualcomm ursprünglich zahlen wollte.

Gleichzeitig hat Qualcomm die Annahmequote auf 70% abgesenkt. Mit der Unterstützung der Finanzinvestoren und des NXP-Managements ist der Deal damit sehr wahrscheinlich geworden.

Mögliches Broadcom-Szenario: Übernahme-Plan verwerfen, Einzug ins Qualcomm-Management im März, Neuauflage des Plans im Frühjahr 2019

Es stellt sich die Frage, wie es jetzt mit Qualcomm weitergeht. Eigentlich wollte Broadcom seine Offerte für den Chip-Riesen zurückziehen, falls dieser für NXP mehr als 110 Dollar je Aktie zahlt.

Der Qualcomm-Interessent teilte heute mit, dass er enttäuscht sei über den Werte-Transfer von Qualcomm zu NXP und unterstellte eine Pflichtverletzung gegenüber den Aktionären. Der Übernahme-Plan wurde indes nicht direkt fallen gelassen, vielmehr prüfe man jetzt seine Optionen.

Gut möglich, dass das letzte Kapitel noch nicht geschrieben ist und Broadcom die Jagd auf Qualcomm nicht endgültig abbricht. Spekuliert wird auch, dass sich Broadcom zwar jetzt erst einmal zurückzieht, aber schon im kommenden Jahr mit einer vielleicht sogar höheren Offerte zurückkommt.

Dies könnte der Fall sein, wenn bei der Kampfabstimmung auf der Qualcomm-Hauptversammlung Anfang März vier oder mehr von Broadcom vorgeschlagene Manager in die Qualcomm-Spitze Einzug erhalten.

(Interessenkonflikt: Die Qualcomm-Aktie ist Position in meinem Börsendienst AmericanTargets)


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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