Qualcomm und Broadcom: Date am Valentinstag

Broadcom arbeitet weiter am Qualcomm-Deal-Abschluss und sichert sich über 100 Mrd. Dollar an Kreditlinien (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In der Vorwoche hat Ihnen der Übernahme-Sensor vom spannenden Übernahme-Kampf um den Chip-Riesen Qualcomm berichtet. Zur Erinnerung: Der ungeliebte Bieter Broadcom hat eine unaufgeforderte Übernahme-Offerte im Volumen von 121 Mrd. Dollar vorgelegt.

Qualcomm hat die Offerte als unzureichend und zu unsicher zurückgewiesen, zeigte sich allerdings bereit, mit Bieter zu sprechen, um zu prüfen, ob die Differenzen überbrückt werden können.

Jetzt steht ein Treffen zwischen den beiden Unternehmen: Ausgerechnet am Valentinstag trifft sich Qualcomm mit dem ungeliebten Bieter. Sind das gute Vorzeichen dafür, dass aus dem bislang feindlichen Übernahme-Versuch doch noch eine freundliche Übernahme wird?

Wettbewerbshürden als größte Deal-Bremse

Was die beiden Parteien im Detail besprechen wollen ist zwar offiziell nicht bekannt, doch so gut wie sicher ist, dass wettbewerbsrechtliche Hürden thematisiert werden. Qualcomm hat große Bedenken, dass der Deal abgeschlossen werden.

Daher soll der Bieter zusichern, dass er den Deal abschließt, koste es was es wolle (hell or high water). Falls Broadcom diesen Blanko-Scheck nicht bereit ist auszustellen, dann soll ein sehr spezifischer Plan vorgelegt werden, wie es nach Broadcoms Auffassung möglich ist, die Übernahme an den Wettbewerbsbehörden vorbei zu bekommen.

Auch Preisvorstellungen gehen auseinander

Dass nach den Gesprächen vom Mittwoch ein Umdenken des Qualcomm-Managements erfolgt, ist nicht zu erwarten – auch wenn die Bedenken über eine Dealgenehmigung ausgeräumt werden könnten.

Qualcomm ist auch mit dem Angebotspreis nicht einverstanden und Broadcom ließ nach der zuletzt erfolgten Erhöhung wissen, dass dies die beste und finale Offerte ist. Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass eine der beiden Parteien nachgibt, doch das wäre ungewöhnlich.

Broadcom sichert sich Kreditlinien und Hilfe von Finanzinvestoren

Bleibt es bei dem Patt, könnte die größte Übernahme der Chipbranche eine feindliche Übernahme werden. Broadcom arbeitet mit Hochdruck an einem Deal – egal ob das Qualcomm-Management mitspielt oder nicht.

Über das Wochenende hat sich der Bieter bei verschiedenen Banken über 100 Mrd. Dollar gesichert, um die Barkomponente des Übernahme-Angebots zahlen zu können und auch noch genug Cash für die Nach-Übernahme-Phase zu haben.

Zugleich holte Broadcom noch Finanzinvestoren mit ins Boot, die sie bei dem Milliardenvorhaben unterstützen sollen.

In 3 Wochen fällt die Entscheidung

An der Börse sind die Investoren aktuell noch nicht davon überzeugt, dass es zu einem Deal kommt. Die Qualcomm-Aktie steigt nach den Neuigkeiten heute im vorbörslichen US-Handel zwar um weitere 2,8%, notiert mit 65,79 Dollar jedoch ein ganzes Stück unter dem von Broadcom gebotenen Preis von 82,00 Dollar je Aktie.

Einer Bloomberg-Umfrage zufolge liegt die Offerte in etwa auf der Höhe, die Investoren als akzeptabel auffassen. Broadcom teilte auch mit, dass man nach Rücksprache davon überzeugt sei, dass führende Qualcomm-Aktionäre den Deal wollen.

Sollte die Abstimmung über den Deal in rund 3 Wochen zu Gunsten der Übernahme ausfallen, müsste die Aktie deutlich zulegen. Fällt die Offerte jedoch ins Wasser, wird die Aktie zunächst den Rückwärtsgang einlegen.

(Interessenskonflikt: Die Qualcomm-Aktie ist Position in meinem BörsendienstAmericanTargets.)


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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