Qualität und Zuverlässigkeit in einer Aktie?

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Unternehmen wie Toyota haben regelrecht Fans. Doch wie steht es um die Aktie? Wir haben für Sie die Analyse gemacht. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Langlebig und zuverlässig. Dieses Image haben Autos von Toyota auch heute noch. Tatsächlich fallen japanische Autos selten negativ auf. Doch was bedeutet das für Anleger? Bedeutet ein gutes Produkt auch gleich eine gute Aktie? Wir haben Toyota für Sie unter die Lupe genommen und untersucht, ob das Unternehmen noch mehr zu bieten hat, als „nur“ eine Dividendenrendite von 3,5%.

Doch der Reihe nach. Toyota Motor ist der mit Abstand größte Autohersteller Japans und nach Absatzzahlen weltweit die Nummer 2. Besonders stark vertreten ist der Konzern auf dem wichtigsten Markt der Welt, den Vereinigten Staaten. Neben Pkws fertigt Toyota auch Lkws, Busse, Hubstapler, Fertighäuser und Telekommunikations-Systeme und bietet Finanzdienste an.

Toyota glänzt mit Innovationen

Toyota bleibt auf Erfolgskurs. Im 1. Halbjahr stiegen der Umsatz um 3,4% und der Gewinn um 16%. Die operative Marge in der Fahrzeug- Sparte verbesserte sich von 7,2 auf 8,1%. Profitiert hat der Konzern von der unerwarteten Yen-Schwäche sowie erfolgreichen Sparmaßnahmen und Marketingaktionen. In allen wichtigen Regionen hat Toyota mehr Autos verkauft. Der Absatz stieg um 1,5% auf 5,29 Mio Fahrzeuge.

Davon entfielen 1,41 Mio auf den nordamerikanischen Markt. Angesichts der überzeugenden Ergebnisse hat Toyota seine Jahresziele höhergesteckt. Erwartet werden jetzt ein Umsatz von 29,5 Bio Yen und ein Gewinn von 2,3 Bio Yen. Entsprechend ist auch eine Dividendenanhebung nicht ausgeschlossen. Der Absatz soll mit 10,5 Mio Fahrzeugen das Vorjahresniveau leicht übertreffen. Zudem hat der Konzern eine China- Offensive angekündigt.

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Zum einen will Toyota den schnell wachsenden Markt ab 2019 mit 5 neuen Hybrid-Modellen und reinen Stromern versorgen, zum anderen soll die Produktion bis 2030 verdreifacht werden. Aber auch in den Bereichen autonomes Fahren und Fahrdienste auf Bestellung will der Konzern mit Partnern wie Softbank und Uber den Rückstand zur Konkurrenz verkürzen.

Toyota: Sand im Getriebe

Branchenexperten gehen davon aus, dass das Betreiben von Fahrdiensten langfristig lukrativer sein wird als der Verkauf von Autos. Es gibt aber auch Risiken. Zölle von 25% auf Autoimporte in die USA würden Toyota besonders hart treffen.

Die Belastungen könnten sich auf 4,2 Mrd $ pro Jahr summieren, die nicht mit Preiserhöhungen kompensiert werden können. Diese Unsicherheit lässt uns hellhörig werden. Zwar bleibt Toyota ein gutes Unternehmen, doch ist die Aktie nicht die erste Wahl. Warten Sie bei diesem Unternehmen besser noch ein wenig ab.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.