Quartalsbilanz Rohstoffe: Massive Verluste quer durch alle Rohstoffklassen

Erdöl Symbolbild Aufbewahrung_shutterstock_727266628_Avigator Thailand

Das 1. Quartal 2020 hat uns massive Verluste bei den Rohstoffpreisen gebracht. Doch es gibt auch einige Lichtblicke. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Das erste Quartal ist vorbei. Dieses Quartal wird in die Geschichtsbücher eigentlich. Das gilt für die Standardaktienmärkte auf jeden Fall. Das gilt aber auch für die Rohstoffmärkte, die ich hier für Sie regelmäßig unter die Lupe nehme.

Heute werde ich einen Blick auf die Gewinner und Verlierer des aktuellen Quartals werfen. Sie werden schnell erkennen, dass den wenigen Gewinnern extrem viele Verlierer gegenüberstehen. Das ist keine überraschende Erkenntnis. Doch die Ausmaße der Verluste sind schon überraschend und haben auf jeden Fall historische Ausmaße erreicht.

Zunächst möchte ich mich kurz um die Gewinner des Quartals kümmern. Einsam an der Spitze steht hier Palladium mit einem Zuwachs von rund 20 %. Das Edelmetall hatte schon 2019 ein sehr starkes Jahr. Und auch wenn zuletzt eine Korrektur eingesetzt hat, so konnte sich das Edelmetal doch noch deutlich im positiven Bereich halten.

Auf den folgenden Plätzen sind dann eher exotische Rohstoffe zu finden. So hat der Weizenpreis in der EU und auch der für die US-Sorten im ersten Quartal noch zwischen 2 und 5 % zugelegt. Ebenfalls um rund 5 % konnte der Goldpreis zulegen. Dabei waren die Schwankungen sehr stark. Was beim Gold genau zu beachten ist, werde ich Ihnen schon morgen an dieser Stelle noch einmal genauer vorstellen.

Verluste von mehr als 60% beim Ölpreis

Und nun kommt die lange Reihe der großen Verlierer am Rohstoffmarkt. So sind die Preise für Nickel, Kupfer oder auch Silber um 20 % eingebrochen. Mehr als 25 % ging es sogar beim Platin nach unten. Hier ist natürlich das Überangebot auf dem Weltmarkt sehr groß. Gleichzeitig wiederum ist die Nachfrage auch massiv eingebrochen, denn Platin wird auch in der Industrie sehr stark eingesetzt. Als Bestandteil von Abgaskatalysatoren in der Automobilindustrie spielt Platin eine große Rolle. Doch wenn viele Automobilfabriken derzeit komplett stillstehen, ist kurzfristig auch nicht mit einer Erholung zu rechnen.

Am Ende der Rangliste stehen die Energierohstoffe. Die haben zuletzt noch einmal massive Verluste erlitten. Die maßgeblichen Ölsorten haben so in den ersten drei Monaten 2020 über 60 % verloren – das gilt sowohl für die in Europa maßgebliche Sorte Brent als auch die wichtigste US-Sorte WTI.

An diesen Daten erkennen Sie schnell: Wir leben wirklich turbulente Zeiten an den Rohstoffmärkten mit historischen Preisabstürzen. Und sollte die Nachfrage beispielsweise beim Öl nicht mittelfristig wieder deutlich anziehen, ist doch erst mal kaum mit einer durchgreifenden Erholung zu rechnen.

Erdöl Symbolbild Aufbewahrung_shutterstock_727266628_Avigator Thailand

Saudi-Arabien hat ein riesiges ProblemDer aufgrund des massiven Nachfrageeinbruchs niedrige Ölpreis macht nun auch den reichsten Ländern der Erde zu schaffen! › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Heiko Böhmer. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz