Quartalszahlen von Alphabet überzeugen die Anleger

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Eigentlich fielen die Quartalszahlen von Alphabet durchwachsen aus. Doch es reichte für einen Kurssprung. (Foto: achinthamb / Shutterstock.com)

Nachdem die Anleger auf die durchwachsenen Zahlen vom 4. Quartal 2019 noch enttäuscht reagierten, fiel die Reaktion auf die ebenfalls durchwachsenen Zahlen des jüngsten Quartalsberichts geradezu euphorisch aus. Auch wenn Alphabet kurzfristig im Werbegeschäft Gegenwind verspürt, bleibt die Aktie langfristig attraktiv.

Umsatz über, Gewinn unter den Prognosen

Das Umsatzwachstum im 1. Quartal fiel mit +13% (+15% ohne Wechselkurseffekte) auf 41,2 Mrd. US-Dollar zwar etwas geringer aus als in den vergangenen Jahren. Doch in Anbetracht der Coronakrise war dies mehr, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten (40,8 Mrd.). Denn schon im März hatte die Dynamik der Werbeerlöse spürbar nachgelassen, daher wurden die Prognosen im Vorfeld der Zahlen spürbar gekürzt.

Den Quartalsgewinn steigerte der Konzern um 3% auf 6,84 Milliarden Dollar. Allerdings verfehlte der Gewinn pro Aktie von 9,87 US-Dollar die Erwartungen um rund einen halben Dollar.

Analysten und Anleger zeigten sich erfreut bzw. erleichtert

Trotz der eher gemischten Zahlen zeigten sich Analysten sehr erfreut. Es hagelte Kaufempfehlungen für die Alphabet-Aktie. Auch die Anleger schlossen sich dem an und schickten den Aktienkurs nach Zahlenvorlage um knapp 10% nach oben.

Es ist eben an der Börse alles eine Frage der Erwartungshaltung. Vor 3 Monaten hätten solche durchwachsenen Zahlen noch deutliche Kursverluste nach sich gezogen. Heute sind die Anleger erleichtert, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.

Druck auf Werbegeschäft dürfte nicht lange anhalten

Das 2. Quartal dürfte für Alphabet noch schwieriger werden – warnte Finanzchefin Ruth Porat. Der Werbemarkt ist derzeit rückläufig und Alphabet erwirtschaftet 80% seines Umsatzes mit Werbeanzeigen.

Allerdings gehe ich davon aus, dass die Schwäche im Werbemarkt nicht lange anhalten wird. In den nächsten Wochen und Monaten wird die globale Wirtschaft schrittweise wieder hochgefahren. Somit sollte sich auch der Werbemarkt im 3. Quartal wieder erholen. Und dann dürfte auch Alphabet wieder zu alter Stärke finden – und somit wesentlich früher als Unternehmen anderer Branchen, bei denen es zum Teil Jahre dauern könnte.

Aktie bleibt ein Basis-Investment im Technologiesektor

Auf lange Sicht bleibt die Alphabet-Aktie für mich ein Basis-Investment im Technologiebereich.  Die Nutzung vieler Produkte des Unternehmens ist während der Krise angestiegen und mit ihrer Suchtechnologie nimmt die Tochter Google weiterhin eine unangefochtene Marktposition ein. Der Konzern ist zudem in einigen der wichtigsten Zukunftsmärkte – wie autonome Autos und künstliche Intelligenz – hervorragend aufgestellt.

Hinzu kommt eine enorme Liquiditätswelle der Rettungspakete von Notenbanken und Regierungen, die mittel- und langfristig dem Aktienmarkt zugutekommen dürfte. Zahlreiche Anleger werden sich dabei vor allem auf die Unternehmen konzentrieren, die am wenigsten von der Krise betroffen sind. Und dazu zählt Alphabet.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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