R. Stahl: Mittelständischer Spezialist für Explosionsschutz

Lernen Sie hier ein mittelständisches Traditions-Unternehmen kennen, das die meisten von Ihnen sicher nicht auf dem Radarschirm haben. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Hier möchte ich Ihnen an dieser Stelle einen Konzern vorstellen, über das ich bislang noch nicht berichtet habe.

Es handelt sich dabei um den mittelständischen Explosionsschutz-Experten R. Stahl.

Dieser darf mit Fug und Recht als Traditions-Unternehmen bezeichnet werden. Schließlich wurde der Betrieb bereits im Jahr 1876 gegründet.

Er befindet sich bis heute mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilien Stahl und Zaiser, die zusammen mehr als 50% der Stimmrechts-Anteile halten.

Zudem ist die RAG-Stiftung mit mehr als 10% an der R. Stahl AG beteiligt.

Bevor ich gleich auf die aktuellen Zahlen und auf die Aktie der R. Stahl AG eingehe, möchte ich Ihnen die Firma zunächst kurz vorstellen:

R. Stahl: Mittelständisches Traditions-Unternehmen im Portrait

R. Stahl ist ein nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von elektrischen und elektronischen Produkten und Systemen für den Explosionsschutz.

Diese verhindern in gefährdeten Bereichen Explosionen und tragen so zur Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt bei.

Das Spektrum reicht von Aufgaben wie Schalten/Verteilen, Installieren, Bedienen/Beobachten, Beleuchten, Signalisieren/Alarmieren bis hin zum Automatisieren.

Typische Anwender sind die Öl- & Gasindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Nahrungs- und Genussmittel-Branche.

R. Stahl hat im vergangenen Geschäftsjahr knapp 1.800 Mitarbeiter beschäftigt und mit ihnen einen Umsatz von 286,6 Mio. € erwirtschaftet.

Nach wie vor durchwachsene Zahlen

In der Pressemitteilung zur diesjährigen Hauptversammlung hieß es mit Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr:

R. Stahl blicke auf ein Jahr zurück, das von der größten Absatzkrise in der wichtigsten Abnehmer-Branche, dem Öl- und Gassektor, geprägt war.

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Dementsprechend war das Zahlenwerk für das Geschäftsjahr 2016 bestenfalls durchwachsen.

Auch die Zahlen für das 1. Quartal 2017 sind meiner Ansicht nach als eher durchwachsen zu beurteilen.

Allerdings zeigt der verbesserte Auftrags-Eingang, dass die Talsohle wohl durchschritten ist.

Denn dieser legte im Vergleich zum Vorjahres-Quartal um 7% auf 75,8 Mio. € zu.

Damit befindet sich der Auftrags-Bestand aktuell wieder in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Negativ ist, dass sich der Umsatz um 8,7% auf 65,5 Mio. € verringerte.

Der rückläufige Umsatz und negative Sondereinflüsse führten dazu, dass sich auch das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr von +3,3 auf -4,0 Mio. € verringerte.

Dafür zeigt die Entwicklung des Free Cashflow (freier Mittelzufluss) eine deutliche Verbesserung von 0 auf 1,4 Mio. €.

Ausblick unverändert

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der Vorstand der R. Stahl AG unverändert einen Auftrags-Eingang im Bereich zwischen 295 und 305 Mio. € und für den Umsatz eine Bandbreite zwischen 285 und 295 Mio. €.

Beim operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen rechnet der Vorstand, abhängig von der Umsatz-Realisierung und dem Umsatz-Mix, mit einem Wert zwischen 3,5 und 7,5 Mio. €.

Wenn Sie ein spekulativer Anleger sind, der auf steigende Ölpreise und damit auch auf einen Turnaround bei R. Stahl setzt, können Sie das aktuelle Kursniveau zum Einstieg nutzen.

Allerdings sollten Sie in dem Fall mit größeren Risiken leben können.

Wenn Sie ein eher konservativer Anleger sind, sollten Sie die R.-Stahl-Aktie zunächst auf Ihre Beobachtungsliste setzen und auf eine spürbare Geschäfts-Erholung warten, bevor Sie ggf. zugreifen.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.