Wirecard als Opfer zahlreicher Intrigen

Die Aktie von Wirecard war zuletzt in den Schlagzeilen.

Unabhängig davon, wie Sie sich im Hickhack rund um die Aktie positionieren, lohnt sich ein Blick auf die Fundamental-Daten.

So schlecht sieht es für das Unternehmen nämlich gar nicht aus. Lesen Sie unsere Analyse.

Profil von Wirecard

Die Wirecard AG ist 2005 aus der InfoGenie AG hervorgegangen und zählt seitdem zu den erfolgreichsten IT-Dienstleistern in Europa. Der Konzern verbindet Technik mit Finanzen und besitzt sogar eine Banklizenz.

Wirecard ist Principal Member bei VISA und MasterCard und ist damit berechtigt, Kreditkarten herauszugeben. Zentrale Einnahme-Quellen sind der elektronische Zahlungs-Verkehr und das Lizenz-Geschäft.

Wirecard als Opfer zahlreicher Intrigen

Wirecard hat das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abgeschlossen.

Der Umsatz wurde um 28,3% auf 771,6 Mio. € gesteigert, und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg sogar um 31,4% auf 227,2 Mio. €.

Die Aktie von Wirecard ist jüngst kräftig unter die Räder gekommen. Das liegt an einer mysteriösen Studie der Analysefirma „Zatarra Research“. Demnach soll Wirecard angeblich in unlautere Geschäfte verwickelt sein.

Die Studie wurde höchstwahrscheinlich nur zu dem Zweck veröffentlicht, den Aktienkurs in die gewünschte Richtung zu befördern – gut für Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt haben.

Wirecard ist zum wiederholten Male das Ziel solcher Anschuldigungen geworden. 2008 hatte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger und ihr damaliger Vizechef eine irreführende Bilanzierung vorgeworfen.

Später wurde bekannt, dass Mitglieder der SdK auf fallende Kurse bei Wirecard gewettet hatten. 2 Jahre später wurde der nächste Angriff auf Wirecard gestartet.

Aufgrund einer Falschmeldung des Nachrichten-Dienstes Goldman, Morgenstern & Partners brach das Papier ein.

Jedes Mal beteuerte das Unternehmen seine Unschuld und wehrte sich gegen die Behauptungen – offenbar mit Erfolg.

Ruhig bleiben und abwarten!

Der Vorstand erwartet für 2016 ein EBITDA in einer Bandbreite von 280 bis 300 Mio. €. Nicht berücksichtigt sind mögliche zusätzliche Erträge, die aus der Visa Europe Akquisition durch Visa zu erwarten sind.

Den ersten Schock dürften Wirecard-Aktionäre verdaut haben. Die Aktie hat sich nach dem Absturz etwas erholt. Bis sich die Situation durch die BaFin geklärt hat, rechnen wir mit einer durchschnittlichen Kursentwicklung.

Selbst wenn an den Gerüchten nichts dran ist, lasten sie doch auf dem Kurs. Das ist zwar einerseits ärgerlich, doch hat Wirecard schon einmal negative Publicity abgeschüttelt.

Das Geschäftsmodell von Wirecard ist sehr interessant, weil nur schwer zu kopieren. Behalten Sie die Aktie im Hinterkopf!

4. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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