Rally oder große Schulter-Kopf-Schulter-Formation?

In der DAX-Analyse von vergangener Woche wies ich bereits auf die bevorstehende Chance einer Beendigung der monatelangen Konsolidierungs-Phase hin.

Doch vor dem Hintergrund des Nordkorea-Konfliktes und der EZB-Unsicherheit verlief die vergangene Handelswoche erstaunlich perfekt für den DAX-Index!

Aber sehen Sie selbst: Hier der kurzfristige 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 130917 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

DAX-Index hat Abwärtstrend überwunden und startete durch

Am Donnerstag vergangener Woche knackte der DAX-Index zunächst den Abwärtstrend (blaue Trendlinien).

Der Grund:

Mario Draghi war lammzahm gestimmt. Er hat die Zinsen nicht heraufgeredet und ist auch nicht auf eine Beendigung des Liquiditäts-Programms eingegangen.

Im Gegenteil: Er beäugte den starken Euro zum Dollar und machte sich eher Sorgen um zu niedrige Inflation. Das sorgte am Aktienmarkt prompt für eine positive Reaktion.

Durch die abebbende Schärfe des Nordkorea-Konfliktes wurde somit auch direkt die Widerstands-Linie bei 12.325 Punkten (rote Horizontal-Linie) herausgenommen.

Zwar gab es 2 Tage lang einen kleinen Ringkampf zwischen Bullen und Bären.

Doch die DAX-Bullen machten mit einem Aufwärts-GAP (schwarze Ellipse) am Montag schnell klar, dass sie jetzt das Heft in die Hand nehmen wollen.

Sie erkennen im Chartbild den sehr steilen und schmalen Aufwärts-Trendkanal der vergangenen Handelstage (grüner Trendkanal).

Man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass dieses Tempo nicht mehr lange gehalten werden kann.

Spätestens am nächsten Widerstand genügt 1 Tag mit Seitwärts-Handel, und der Trend ist vorbei.

Wo dies der Fall sein könnte, ist aus dem 1-Monats-Kurzfrist-Chartbild nicht ersichtlich.

Dazu blicken wir in das mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

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DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Abwärtstrend geknackt – Widerstand bei 12.550 Punkten

Die Beendigung des seit Juni bestehenden Abwärts-Trendkanals (roter Trendkanal) ist leicht zu erkennen.

Der nachfolgende Anstieg überrascht in der Dynamik etwas, denn der 12.325er-Marke hätte ich schon etwas mehr Gewicht beigemessen.

Aber die DAX-Bullen machten kurzen Prozess und nahmen sofort die Widerstands-Marke bei 12.550 Punkten ins Visier.

Genau dort befindet sich der Index seit gestern und auch heute. Der Handel läuft recht zäh ab, so dass davon auszugehen ist, dass hier einmal eine kleine Verschnaufpause eingelegt wird.

Der DAX-Index sollte max. auf die 12.325er-Marke zurückfallen, wobei eine vorherige Wende nach oben zu favorisieren ist.

Es sieht ganz gut aus!

Doch auch die Risiken muss ich Ihnen umschreiben. Denn, was nicht passieren darf, ist ein Abgleiten unter die 12.325er-Marke oder sogar unter die 12.000.

Denn dann stünde uns eine sogenannte Schulter-Kopf-Schulter-Formation ins Haus. Das wären üble Anzeichen, die ein Abrutschen bis auf 11.000 Punkte wahrscheinlich machen würden.

Abschließend noch die Betrachtung des langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 130917 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Gretchenfrage: Kann der mittelfristige Trend seit Juli 2016 fortgeführt werden?

Im 10-Jahres-Chartbild bleibt zunächst einmal der langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) übergeordnet und völlig intakt.

Dies vorweg, richtet sich das Hauptaugenmerk auf den grünen Trendkanal:

Dieser recht steile mittelfristige Aufwärtstrend wurde in den vergangenen Wochen an seiner unteren Begrenzung auf die Probe gestellt.

Mit dem jüngsten Anstieg ist dieser Test zunächst gelungen.

Sollte es dem DAX-Index tatsächlich gelingen das alte Hoch herauszunehmen (knapp unter 13.000 Punkten), dann wäre der Weg frei bis zur oberen Begrenzung des Trendkanals.

Das bedeutet im Klartext: 13.500 Punkte – und bis zum Jahresende sogar 14.000!

Aber auch hier gilt: Wachsam bleiben! Denn eine wie im Mittelfrist-Szenario mögliche S-K-S-Formation würde das Bild stark eintrüben.

Fazit

Die seit Juni andauernde Konsolidierung ist zunächst beendet. Es bestehen durchaus Chancen, das Jahr sehr positiv zu beenden.

Auf der anderen Seite steht die Gefahr einer großen Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Dies ist im Auge zu behalten!

Und nicht zu vergessen: EZB-Chef Mario Draghi wird im Oktober das Thema „Ende der Liquiditäts-Spritzen“ ansprechen müssen, und der Nordkorea-Konflikt schwelt ebenfalls weiter.

13. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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