Ramsch in Spanien: Immobilienkäufe bleiben riskant

Die Preise in Spanien fallen. Sie erhalten Fincas und andere Immobilie inzwischen zu Preisen, für die Sie in Deutschland selbst an schlechten Standorten kaum noch ein 1-Zimmer-Appartment kaufen können. Substanziell hat sich nichts geändert. Kaufmännisch jedoch sind die Immobilien Ramsch.

Nachfrage trocknet aus

Die Nachfrage bleibt einfach weg. Spanier, die sich eine Immobilie kauften, können dies künftig nicht mehr. Die sinkenden Preise haben die Nachfrage vernichtet und damit das Hamsterrad gestoppt. Die privaten Haushalte bleiben auf Krediten sitzen, Banken müssen inzwischen reihenweise die Schulden abschreiben.

Dutzende kommunaler Sparkassen haben inzwischen in Spanien aufgegeben und meldeten oder melden Insolvenz an. Die Großbanken sitzen noch auf dem Pulverfass.

Das Pulverfass hat Zahlen: bis zu 700.000 neu errichtete Immobilien stehen in zwischen in Spanien zum Verkauf. Die meisten davon sind „Ferien-Immobilien“ an den Küsten oder auf den Balearen wie Mallorca oder Menorca. Damit steht jetzt schon fest, dass die Preise weiter sinken werden.

Leerstand ist ein Alarmzeichen

Die Immobilien stehen nicht mangels Qualität leer. Die Nachfrage aus Spanien, aber auch aus Deutschland, England, den Niederlanden oder Österreich fehlt einfach. Schwächere Nachfrage und das Überangebot an qualitativ hochwertigen – leeren – Immobilien drücken den Preis selbst dann, wenn die Wirtschaft in der Eurozone langsam wieder anzieht.

Ein Beleg für unsere Behauptung sind die steigenden Immobilienpreise in Deutschland. Heimische Investoren bleiben inzwischen lieber hier und investieren in den Kapitalschutz sowie die Altersvorsorge. In Spanien müssen Sie daher mit diesem Szenario rechnen:

  • Die Preise der leeren Immobilien sinken heute schon, da Banken diese loswerden müssen
  • Dies wird auch Immobilienerlöse der heutigen Bestandsimmobilien weiter senken
  • Die Nachfrage reduziert sich angesichts der sinkenden Preise und der steigenden Risiken noch
  • Je mehr Banken Insolvenz anmelden, desto größer wird der Druck auf spanische Immobilienmärkte.

Daher sind die Preise, die Sie jetzt vorfinden, kein guter Gradmesser. Rechnen Sie mit Abschlägen von 20 bis 25%, kommen Sie dem Tiefpunkt deutlich näher. Dann erst können sich aus kaufmännischer Sicht neue Investments lohnen.

GeVestor.de meint: kaufmännisch sind neue Immobilien daher Ramsch. Die Investition wird 2011 und 2012 zum Minusgeschäft. Wer Bestandsimmobilien hat, muss mit sinkenden Preisen rechnen.

Falls Sie „durchhalten“ können, richten Sie sich auf jahrelange Zitterpartien ein. Die allerdings können sich lohnen, wenn der Markt sehr langfristig wieder anzieht. Aktuell steigt der Preis nur für so genannte Luxuswohnungen. Was allerdings Luxus dauerhaft ist, liegt nicht in Ihrer Hand.

Verliert Spanien wegen der Finanzkrise auch seinen Status als Urlaubsregion, geht die Krise noch schneller weiter. Am besten bleibt: kaufen Sie dort keine neuen Immobilien. Bleiben Sie in Deutschland.

11. Oktober 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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