Rational-Aktie: Küchen-Ausrüster meldet Gewinn-Anstieg

Jahrelang galt der Küchen-Ausrüster Rational als absoluter Liebling der wertorientierten (Value) Anleger – kein Wunder, glänzte der Familien-Betrieb doch mit konstanten Wachstumsraten und rekordverdächtigen Margen.

Auch der Aktienkurs trieb den Langfrist-Anlegern die Freudentränen in die Augen; seit 2003 haben die Papiere gut 1.400% an Wert zugelegt. Der Marktwert liegt mittlerweile bei über 4,6 Mrd. €.

Doch seit einigen Quartalen stockt es im Getriebe:

Sorgen um die Auswirkungen des BrExit sorgten nämlich für Skepsis bei den Investoren. Mit Kursgewinnen von rund 5% auf 1 Jahr liegt der Konzern satte 15% hinter der Entwicklung des SDAX.

Mit der Vorlage der Zahlen konnte Rational die Analysten-Schätzungen nicht ganz erreichen. Wie geht es bei dem Familien-Unternehmen jetzt weiter? Kann der Marktführer wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen?

Rational – Marktführer mit mehr als 50% Marktanteil

Dabei ist die Marktposition des Herstellerst von Geräten zur thermischen Speisen-Zubereitung unbestritten. Mehr als 54% der Profiküchen weltweit setzen auf die Produkte der Firma aus Landsberg am Lech.

Die Geräte des Unternehmens arbeiten mit einer speziellen Technologie, die Heißluft und Dampf in einem Gerät kombiniert. Mit dieser Technologie hat sich Rational weltweit aufs Treppchen geschoben.

Den größten Anteil des Geschäfts erzielt Rational in Europa. Dort erwirtschaftet der Konzern knapp 50% der Erlöse – in Deutschland sind es etwa 13%, in den USA 20%, in Asien 12%.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Rational ist der größte Anbieter im Markt und in etwa 5x größer als der zweitgrößte Wettbewerber. Seit 2002 kletterten die Umsätze von 177 auf 613 Mio. € im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Besonders beeindruckend: Seit nunmehr 13 Jahren fährt Rational eine Vorsteuermarge von über 24% ein.

Ein Grund dürfte dabei auch die schnelle Amortisation der Kombi-Kocher sein. Denn bereits ab 30 Essen pro Tag erzielen die Kunden deutliche Kosten-Einsparungen.

Da die Großküchen weniger Rohware einsetzen müssen und sowohl Arbeitszeit als auch Energie sparen, amortisieren sich die Kocher bereits in weniger als 1 Jahr.

Belastungen durch den BrExit

Mit den gemeldeten vorläufigen Zahlen hat sich dann auch bestätigt, dass Rational Gegenwind durch den BrExit erfährt.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn Großbritannien ist einer der wichtigsten Märkte in Europa für den Konzern.

Hier leidet Rational v. a. unter der Währungs-Komponente. Im vergangenen Jahr hat das Pfund zum Euro rund 13% an Wert eingebüßt. Bei der Umrechnung in die Heimat-Währung macht sich dies nun deutlich bemerkbar.

Rational dennoch weiter im Wachstums-Modus

Unterm Strich konnte der Konzern zwar die Analysten-Schätzungen nicht ganz erreichen, aber mit einem Umsatzplus von 9% auf 613 Mio. € in 2016 weiteres Wachstum vorweisen.

Ohne Währungseinflüsse wären die Erlöse sogar um 10% gestiegen. Allerdings musste der Küchengeräte-Spezialist bei den Margen leichte Abstriche machen.

Beim Vorsteuer-Ergebnis (EBIT) erwartet Rational eine leichte Steigerung auf 166 – 167 Mio. € – ein Zuwachs von rund 4%, und damit deutlich weniger als beim Umsatz.

Mit einer EBIT-Marge von 27% erreicht Rational zwar immer noch Spitzenwerte, aber eben nicht das Rekordniveau des Vorjahres (28%).

Exzellentes Unternehmen, aber weiterhin sportliche Bewertung

Keine Frage: Rational ist ein herausragender Konzern mit starker Marktposition, weiterhin extrem hohen und robusten Margen und bietet weiterhin Wachstums-hancen.

Der Markt für Großküchengeräte ist noch lange nicht gesättigt.

Allerdings macht sich dies auch im Aktienkurs bemerkbar: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 30 halten die Analysten die Perspektiven weitestgehend eingepreist.

Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 440 € „nur“ 7% über dem aktuellen Kursniveau.

18. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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