Rational: Gastronomiespezialist fährt Investitionen kräftig rauf

Rational Koch Führung RED – Rational

Großküchenspezialist Rational meldet zweistellige Wachstumsraten und plant höhere Investitionen. Die Analysten bleiben jedoch zurückhaltend. (Foto: Rational AG)

Was hat Küche mit Rendite zu tun? Ganz einfach: Wer vor zehn Jahren auf die Rational-Aktie und damit auf den führenden Anbieter von Geräten zur thermischen Speisezubereitung setzte, konnte einen Wertzuwachs von über 900% erzielen. Nicht schlecht für ein vermeintlich langweiliges Geschäftsmodell.

Was sind die Gründe für diese sensationelle Entwicklung? Ist die Luft jetzt raus, was zukünftige Kurssteigerungen angeht? Was schätzen die Analysten das Potenzial der Aktie ein?

Großküchen setzen auf Rational

Auch wenn Sie vielleicht noch nichts von der Rational AG gehört haben; bei Großküchen ist die Firma so gut wie gesetzt. Der Marktanteil des globalen Marktführers von Geräten zur thermischen Speisen-Zubereitung für Profiküchen liegt bei beeindruckenden 54%. Dabei macht Europa exklusive Deutschland rund die Hälfte des Umsatzes aus.

Im Jahr 1973 gegründet, begann die Gesellschaft mit der Produktion und dem Vertrieb von Heißluft-Geräten in Deutschland. 3 Jahre später startete das Unternehmen mit der Fertigung von Combi-Dämpfern für Groß- und Profiküchen. Der Markt für Kombidämpfer wurde nach eigenen Angaben von Rational durch die Einführung des 1. Gerätes 1976 kreiert und wird seither entwickelt.

5x so groß wie der nächstgrößte Wettbewerber

Die Positionierung von Rational ist extrem stark: Da sich der Einsatz der Dampfgarer in Profiküchen bereits ab 30 Essen pro Tag rechnet, erzielen die Kunden massive Kosten-Einsparungen mit den Geräten. Auf Grund des speziellen Zubereitungs-Verfahrens sparen die Küchen sowohl Arbeitszeit und Energie als auch beim Einsatz der Rohware. Typischerweise haben die Kunden den Kaufpreis bereits in weniger als 6 Monaten wieder eingespielt.

Mittlerweile ist der Vorsprung auf die Rivalen kaum mehr aufzuholen. So ist der Konzern aus Landsberg am Lech 5x so groß wie der nächstgrößere Wettbewerber. Zu den größten Konkurrenten zählen Firmen wie Lainox, Electrolux und Convotherm.

Mit dem deutlichen Größenvorteil ergeben sich für Rational massive Skaleneffekte in der Fertigung, dem Vertrieb und der Produkt-Entwicklung.

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Zweistelliges Wachstum in 2018

Das zurückliegende Geschäftsjahr verlief ausgesprochen positiv für den Großküchenspezialist. So kletterten die Umsätze der Landsberger um 11% auf 778 Millionen Euro nach oben. Besonders stark war die Entwicklung mit einem Umsatzplus von 26% in Nordamerika. Allerdings haben Fremdwährungseffekte für Gegenwind gesorgt. Sie müssen wissen: Ohne negative Fremdwährungseffekte hätte Rational sogar ein Wachstum von 13% erzielt.

Zeitglich stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen um 9% auf 205 Millionen Euro. Damit erreichte die Gesellschaft eine EBIT-Marge von 26,3%.

Gewinnziel leicht reduziert

Auch im laufenden Jahr will Rational weiter auf dem Wachstumspfad bleiben und peilt einen Anstieg der Umsätze im hohen einstelligen Prozentbereich an. Allerdings nahm Finanzchef Axel Kaufmann das mittelfristige Margenziel leicht zurück. Der Küchenspezialist peilt nun zwischen 26 und 27% EBIT-Marge an. Für Sie zum Vergleich: Vorher war Rational von 26 bis 28% ausgegangen. Für die leicht niedrigeren Ziele führt die Firma neben dem Verzicht auf Preiserhöhungen trotz steigender Personal- und Materialkosten, dem Produktmix und höheren Investitionen auch die Unsicherheit bei den Wechselkursen an.

Auch wenn damit der Konzern unter seinen historischen Höchstwerten von 30% (in 2010) liegt, ist die Robustheit der Margen durchaus beeindruckend.

Höhere Investitionen geplant

Zugleich wollen die Landsberger ihre Investitionen auf 50 Millionen Euro deutlich nach oben schrauben. Im Folgejahr sollen ebenfalls nochmals zwischen 30 und 40 Millionen Euro fließen. Vor allem ein Fabrikneubau, ein Umbau im Elsass und ein neues Versandzentrum sollen mit den Mitteln finanziert werden.

Dividende wird um 8% erhöht

Zwar wird es in diesem Jahr keine Sonderdividende geben (wie in den beiden Jahren zuvor), aber die Ausschüttungen werden um 70 Cent auf 9,50 Euro je Aktie erhöht. Unterdessen erwarten die Analysten im nächsten Jahr einen Gewinn je Aktie von 15,26 Euro. Damit handelt die Aktie momentan mit dem 37-Fachen der erwarteten Gewinne. Die acht Analysten, die sich momentan mit Rational befassen, raten vor diesem Hintergrund mehrheitlich zum Halten der Position. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 590 Euro rund 6% über dem aktuellen Kursniveau.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.