Re-Balancing ist wichtig für Ihren Erfolg an der Börse

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Lernen Sie jetzt, was Re-Balancing ist und warum es wichtig für Ihren mittel- und langfristigen Anlageerfolg ist. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Vor wenigen Tagen begann das Börsenjahr 2018. Egal, ob Sie im vergangenen Jahr erfolgreich waren oder nicht, sollten Sie jetzt zu Beginn des Jahres darüber nachdenken, Ihr Depot etwas umzustrukturieren.

Wenn Sie keinen Erfolg hatten, sollten Sie über größere Veränderungen nachdenken. Anregungen dazu finden Sie in meinen Börsendiensten, über die Sie sich unter www.morriens-boersenbriefe.de informieren können.

Aber auch dann, wenn Sie zuletzt erfolgreich waren, sollten Sie über (kleinere) Umschichtungen nachdenken. Hier gilt nicht die Sportlerweisheit: „Never change a winning team!” (Ändere nie ein erfolgreiches Team!). Warum das so ist, erfahren Sie gleich.

Zu Beginn einer jeden „Investorenkarriere” an der Börse steht entsprechend der jeweiligen Risikomentalität und den persönlichen Zielen und Wünschen die Überlegung einer Anlagestrategie oder zumindest die Überlegung, in welche Anlageklassen und in welchem Maße investiert werden soll.

Letzteres wird in der Fachsprache auch als „Asset Allocation” bezeichnet. Gemeint ist mit diesem Begriff im Grunde nichts anderes als die Vermögensaufteilung.

Falls Sie an der Börse konservativ agieren möchten, bietet sich die 70:30-Strategie an. 70% des Kapitals investieren Sie in relativ sichere Anlagen (beispielsweise in Mischfonds und Value-Aktien) und 30% in spekulative Investments (wachstumsstarke Nebenwerte, Schwellenländer, Rohstoffe).

Achten Sie auf das Gleichgewicht in Ihrem Depot

Läuft die Börse gut, werden die spekulativen Positionen überdurchschnittlich gut abschneiden und die konservativen Anlagen wertmäßig abhängen. Nach 12 Monaten kann es dann passieren, dass Ihr Depot auch ohne aktive Umschichtung ein 50:50-Verhältnis erreicht hat.

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Aufgrund der hohen Kursgewinne kommen die spekulativen Werte zusammen auf ein Depot-Gewicht von 50%.

Genau dann müssen Sie entscheiden, ob Sie bewusst etwas offensiver anlegen möchten, oder ob Sie nicht doch mit der 70:30-Strategie ruhiger schlafen können. Wenn das so ist, müssen Sie bei den spekulativen Positionen Gewinne mitnehmen (also Teile dieser Positionen verkaufen) und das freie Kapital in die konservativeren Positionen investieren.

Diesen Vorgang nennt man „Re-Balancing” – also das Depot wieder ins Gleichgewicht bringen. Wenn Sie das nicht machen, wird Ihre Depot-Struktur spätestens nach drei Jahren nicht mehr zu erkennen sein.

Dann haben Sie ein Zufalls-Depot. Eine unerwartete Börsenentwicklung kann Sie dann auf dem falschen Fuß erwischen. Ich empfehle Ihnen daher, Ihr Depot mindestens einmal pro Jahr gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Vergleichen Sie die aktuelle Struktur und Gewichtung mit dem Ausgangswert. Gibt es deutliche Abweichungen, bieten sich die oben beschriebenen Umschichtungen an. Damit diese Depot-Optimierung auch regelmäßig durchgeführt wird (in guten Phasen „vergisst” man diese Arbeit erfahrungsgemäß gerne), sollten Sie sich einen festen Termin aussuchen.

Das können die oft ruhigen Börsentage im Dezember oder Januar sein, aber auch ein Wochenende in den Sommerferien. Wichtig ist nur, dass Sie beim Depot-Check einen festen Rhythmus einhalten.

Ausblick: Morgen erfahren Sie hier im „Schlussgong“ unter anderem, wie Sie die Überprüfung Ihres Depots angehen sollten und wie Sie Ihr Depot wieder ins Gleichgewicht bringen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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