Rechnen Sie mit Ihrem Haushaltsüberschuss, nicht mit Ihrem Einkommen

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Egal ob bei der Anschaffung eines neuen Autos oder dem Immobilienkauf. Meistens wird nach dem Verdienst bemessen. Und doch sollte der Gradmesser der Haushaltsüberschuss sein. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Es gibt sowohl im Internet, als auch in (Fach-) Zeitschriften die wahnsinnigsten Empfehlungen für den eigenen Auto- und Immobilienkostenrahmen zu finden.

Hier erklärt man Ihnen, dass das neue Familienauto ruhig ein komplettes Brutto-Jahresgehalt kosten darf, dort lesen Sie, dass der Kaufpreis Ihrer Immobilie bis zum zehnfachen Ihres Jahreseinkommens völlig in Ordnung ist. An anderen Stellen werden Auto- und Immobilienrahmen wiederum mit ihrem Monatsgehalt – teilweise arg konstruiert – in Abhängigkeit gebracht.

In allen Fällen handelt es sich maximal um eine unzureichende Betrachtungsweise. Beispiel gefällig? Sehr gerne:

A verdient im 5.000 Euro netto im Monat und überlegt sich eine gut ausgestattete Mercedes E-Klasse für 50.000 Euro zu kaufen. B verdient 3.500 Euro und schielt ebenfalls nach dem gleichen Auto.

Wenn wir uns nun nach den seichten Zeitschrift- und Internetratgebern richten würden, wäre die Antwort sonnenklar: A kann sich das Auto gerne leisten, für B ist es eine Nummer zu groß. Beweisführung abgeschlossen, Fall zu den Akten.

Wir gehen aber eine Stufe weiter und sehen, dass A in München wohnt und ein Drittel seines Nettoverdienstes alleine für die Miete drauf geht. Deshalb hat er auch kaum Eigenkapital und aufgrund der familiären Situation (verheiratet, 2 Kinder, schon vorhandene Familienkutsche) bleiben im Monat effektiv keine 500 Euro übrig. Sollte sich A also wirklich mit diesem Background oben genanntes Auto zulegen, sogar noch finanziert? Auf keinen Fall!

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Bei B gestaltet sich die Situation folgendermaßen: Er wohnt im Münchner Umland und zahlt nur 800 Euro Miete. Zudem ist er alleinstehend, es bleiben jeden Monat ca. 1.000 Euro am Konto übrig und er hat 20.000 Euro für sein neues Gefährt angespart. Könnte sich also B nicht doch das Auto leisten? Jein! Zumindest leichter als A und doch stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit.

Ein Auto FINANZIEREN macht NIE Sinn!

Wenn Sie Ihr Auto nicht bar bezahlen können, dann ist es einfach eine Spur zu teuer. Es gibt in jeder Klasse genügend gute Gebrauchte für den eigenen Geldbeutel. Oftmals steht einem das eigene Ego im Weg, weil der Nachbar, Onkel, Freund etc. auch ein tolles (finanziertes) Auto hat. Das muss Ihnen egal sein. Abgesehen davon, dass ein Privatkredit in der Schufa nie besonders toll kommt.

Sie wollten etwas über Immobilien lesen und keinen Ratschlag für Ihren nächsten Autokauf?

Das ist Ihr gutes Recht, ich wollte für das folgende Statement nur weit ausholen um die Aussage zu verdeutlichen. Es ist völlig in Ordnung Immobilien zu finanzieren (gute Schulden), jedoch werden immer wieder Ausgaben unabhängig von Wohngeldern und Finanzierungen auf Sie zukommen. Insbesondere wenn Sie in größerem Maße investieren und risikoreichere Investments wie z.B. Mehrfamilienhäuser Ihr Eigen nennen. Dabei ist es dann egal, wie viel Sie verdienen.

Es ist wichtig, wie viel Ihnen im Monat übrigbleibt und wie viel Sie auf der Seite haben.

Hier Maklerkosten von 800 Euro, dort ein neues Bad für 6.000 Euro, hier 500 Euro für ein neues Fenster, dort eine Heizung für 10.000 Euro und so weiter.

Natürlich können Sie bei eigenen Objekten in gewissem Maße vorplanen, aber bei beispielsweise lediglich 500 Euro Plus im Monat und keinem Puffer auf der Seite kann Sie schon der Fenstertausch in einer Wohnung (oder noch weniger) in Schwierigkeiten bringen. Und die Reaktion Ihrer Bank auf die Anfrage für einen Privatkredit in Höhe von 2.500 Euro können Sie sich denken…

Tipp: Investieren Sie so, dass auch außerplanmäßige Ausgaben von Ihrem Haushaltsüberschuss abgedeckt sind und/oder dass Sie Rücklagen bilden können, die Ihren Investments angemessen sind!


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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