Red Eagle Mining: Produktions-Probleme setzen Aktie unter Druck

Red Eagle Mining hat in Kolumbien eine Mine eröffnet. Nun sorgen Produktions-Probleme und eine Finanzierung für Wirbel und fallende Kurse. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Ich habe es an dieser Stelle schon sehr oft gesagt:

Rohstoff-Aktien sind eine ganz besondere Anlageklasse. Denn kaum ein Sektor an der Börse bietet Ihnen so große Chancen in so kurzer Zeit.

Dennoch gilt aber auch, dass hier das Risiko bei vielen Aktien deutlich höher ist als in anderen Sektoren.

Red Eagle Mining: Eine der größten kanadischen Erfolgsgeschichten gerät ins Stocken

Das hat sich jetzt einmal mehr bei einem kanadischen Rohstoff-Unternehmen gezeigt; die Rede ist hier von Red Eagle Mining:

Bis vor wenigen Wochen war der Konzern eine der größten Erfolgsgeschichten aus Kanada:

Red Eagle hat in sehr kurzer Zeit eine Mine in Kolumbien entwickelt und Anfang des Jahres auch in Produktion gebracht.

Ohne größere Probleme und mit einem geringen finanziellen Aufwand ist es dem Management um Vorstandsboss Ian Slater gelungen hier eine Erfolgsstory zu kreieren.

In den vergangenen Jahren habe ich Ian Slater auch immer wieder auf Messen und Veranstaltungen getroffen und ausführlich mit ihm über seine Firma und die Entwicklung in Kolumbien gesprochen.

Schon seit einigen Wochen geriet die Story ins Stocken; der Aktienkurs befand sich auf dem Rückzug und viele Gerüchte machten sich breit.

Das ist kein gutes Umfeld für ein Unternehmen, und nun ist auch klar, dass hinter diesen Gerüchten doch etwas steckte:

Die Produktion in Kolumbien ist gestoppt – der Druck auf Red Eagle groß

Gestern nun hat Red Eagle Mining erst einmal den Stopp der Produktion bekanntgegeben.

Nach Angaben des Unternehmens ergeben sich bei der Produktion Probleme mit dem Boden, und so geht zu viel Gold verloren.

Zwar lagen die geförderten Goldgehalte mit 5,5 g/t im Mai noch im Rahmen der Erwartungen.

Allerdings deutet sich wohl an, dass bei der gewählten Abbau-Methode zu viel Gold nicht gefördert werden kann.

Für die geplanten Änderung bei der Verarbeitung muss dazu die Produktions-Anlage erweitert werden.

Für die Umsetzung dieses Vorhabens benötigt der Konzern frisches Kapital, und das soll jetzt über eine Kapital-Erhöhung eingesammelt werden.

Zielgruppe sind die bestehenden Aktionäre, und das Volumen soll immerhin 46 Mio. Dollar betragen.

Nun können Sie sich vorstellen, dass eine solche Nachricht wie eine Bombe an der Börse einschlägt. Tatsächlich hat die Aktie auch über Nacht mehr als 30% an Wert verloren.

Mit weniger als 0,20 € hat die Aktie nun wieder das Niveau erreicht, auf dem sie gewesen war, bevor die Produktions-Story Fahrt aufgenommen hat.

Fazit

Dieser Fall zeigt einmal mehr: Selbst wenn kleinere Unternehmen die Produktions-Phase erreichen, ist das noch keine Garantie für einen geradlinigen Erfolg.

Die Risiken bleiben groß, das zeigt dieser Fall einmal mehr eindeutig.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.