Redezeit von Aktionären auf Hauptversammlungen: 10 Minuten!

In der Kürze liegt die Würze – dieser beliebte Spruch wird von vielen Aktionären auf Hauptversammlungen häufig nicht beherzigt.

Sie geraten in einen schier endlosen Redestrom, kommen vom Hundertsten ins Tausende und feuern eine Frage nach der anderen ab.

Oftmals sind diese Fragen allerdings berechtigt und bohrend quälend bei Themen nach, über die man am liebsten den Mantel des Schweigens ausbreiten würde.

Durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ist es Aktiengesellschaften künftig erlaubt, die Redezeit von Aktionären zu begrenzen:

Redezeit von Aktionären: 10-15 Minuten

Jede einzelne Wortmeldung kann auf eine Länge von 15 Minuten begrenzt werden – wenn viele Wortmeldungen vorliegen, schrumpft dieses Zeitfenster gar auf 10 Minuten.

Außerdem kann ein Zeitkonto von maximal 45 Minuten zugewiesen werden, das dem Aktionär für Fragen sowie Wortbeiträge zur Verfügung steht.

Das BGH-Urteil geht auf eine Klage eines Aktionärs zurück, der gegen eine Satzungsänderung der Biotest AG vor Gericht gezogen war.

Die Satzung wurde dahin gehend geändert, dass Debatten auf der Hauptversammlung auf 22:30 Uhr begrenzt werden können. Das Frage- und Rederecht der anwesenden Aktionäre wurde durch die Satzungsänderung ebenfalls zeitlich beschnitten.

Bundesgerichtshof, Aktenzeichen II ZR 94/08

Fazit: Dieses Urteil zur Redezeit von Aktionären könnte so ausgelegt werden, das Aktionären der Mund verboten werden soll.

Allerdings soll in erster Linie dem Missbrauch des Frage- und Rederechts vorgebeugt werden.

Fassen Sie sich also auf der Hauptversammlung kurz und feuern Sie Ihre Argument knackig und knapp ab – dann können Sie auch innerhalb von zehn Minuten jede Menge Treffer landen.

9. Februar 2010

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.

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