Regierungsgutachten belastet Energiekonzerne

Der Dax hat sich am Dienstag nach wechselhaftem Handel ins Plus gekämpft und 0,6 Prozent fester geschlossen bei 10.188 Punkten.

Dabei präsentierten sich die Einzelwerte überwiegend recht solide – nur drei Titel stachen negativ hervor und belasteten die Dax-Entwicklung insgesamt.

Dies betrifft zum einen K+S: Eine baldige Übernahme des Düngemittelherstellers durch den kanadischen Konkurrenten Potash erscheint immer unwahrscheinlicher. Die Aktie ging daraufhin in die Knie und rutschte um 5,2 Prozent ab.

Doch dieser Tagesverlust wurde noch unterboten von Eon, dessen Papiere sich um 6,2 Prozent verbilligten und damit den letzten Platz im Leitindex belegten. Auch Konkurrent RWE verzeichnete deutliche Verluste von 3,3 Prozent.

Regierungsgutachten belastet Energiekonzerne

Dem vorläufigen Ergebnis eines Gutachtens zufolge, das vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde, fehlen den großen vier Energieversorgern in Deutschland bis zu 30 Milliarden Euro für den Rückbau der Atomkraftwerke.

Auf Eon und RWE entfallen den Schätzungen der Wirtschaftsprüfer zufolge rund 9 bis 12 beziehungsweise 7,5 bis 10 Milliarden Euro. Die Konzerne wiesen diese Zahlen ihrerseits als unrealistisch zurück.

Doch selbst wenn die Fehlbeträge weniger dramatisch ausfallen, als es der aktuelle Entwurf des Gutachtens darstellt, haben Eon und RWE deutlich zu kämpfen mit den Kosten der Energiewende. Die Aktien beider Unternehmen befinden sich seit Monaten im Sturzflug. Seit Jahresbeginn hat das Eon-Papier rund 40 Prozent an Wert verloren. Im gleichen Zeitraum verbilligten sich die Anteilsscheine von RWE sogar um mehr als 50 Prozent.

Da die Energiewende gerade erst begonnen hat und die teuren Mammutaufgaben in den kommenden Jahren erst noch bevorstehen, dürfte sich an dieser Tendenz auch allzu schnell wenig ändern. Die Aussichten sind alles andere als rosig.

Autobauer profitieren von EU-Absatzzahlen

Andere Dax-Werte, die am Dienstag in die Verlustzone rutschten, kamen mit glimpflichen Einbußen bis 0,5 Prozent davon. Die meisten Titel schafften jedoch den Sprung in die Gewinnzone. Allen voran platzierte sich Infineon einmal mehr an der Dax-Spitze mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent, gefolgt von der Deutschen Post, deren Aktien um 2,4 Prozent vorrückten.

Gut lief es auch für die Automobilkonzerne, die zuletzt wegen der chinesischen Konjunkturschwäche unter Druck geraten waren. Während im Reich der Mitte erstmals seit rund zwei Jahrzehnten rückläufige Absatzzahlen befürchtet werden, scheint in der EU das Schlimmste überstanden: Deutlich anziehende Autoverkäufe haben für einen Schub gesorgt. Die Aktien von Volkswagen, Daimler und BMW verteuerten sich um 1,3 bis 2,2 Prozent.

16. September 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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