Reifenhersteller Goodyear streckt Fühler nach China aus

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Goodyear schluckt chinesischen Rivalen Cooper: Karten auf dem Reifenmarkt werden neu gemischt. Goodyear will Position auf wichtigem chinesischen Automarkt ausbauen (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Die Ankündigung des Deals war ein Paukenschlag und bringt Schwung in den Markt der Reifenhersteller. Der US-Konzern Goodyear will den Rivalen Cooper für 2,8 Milliarden Dollar schlucken. Der Deal wird Amerikas größtem Reifenhersteller eine viel größere Präsenz auf der ganzen Welt verschaffen, einschließlich in China, dem wichtigsten Automarkt der Welt.

Die Cooper-Aktionäre jubeln über die neuste Entwicklung  und trieben die Aktie direkt nach der angekündigten Übernahmeofferte erst einmal 30% in die Höhe.

Milliardendeal verstärkt Präsenz auf wichtigstem Automarkt

Der größte US-Reifenhersteller Goodyear stärkt sich mit der milliardenschweren Übernahme des kleineren US-Konkurrenten Cooper. Goodyear lässt sich den chinesischen Rivalen Cooper 2,8 Milliarden Dollar kosten, wobei der Kaufpreis zum Teil in bar und zum Teil mit eigenen Aktien bezahlt werden soll.

Konkret: Jeder Aktionär von Cooper soll für eine Aktie 41,75 Dollar in bar zuzüglich 0,907 Goodyear-Aktien erhalten. Das entspricht einer Prämie von etwa 25% zum Schlusskurs vor Bekanntgabe der Übernahmepläne.

Die Goodyear-Aktionäre sollen etwa 84 % des kombinierten Reifenunternehmens besitzen. Innerhalb der zweiten Jahreshälfte soll die Transaktion dann zum Abschluss kommen, sofern die Zustimmung der Aktionäre erreicht wird.

Goodyear weltweit die Nummer Drei….

Hinter Goodyear steckt ein beeindruckender Großkonzern: Das Unternehmen beschäftigt rund 62.000 Mitarbeiter und stellt seine Produkte in 46 Werken in 21 Ländern weltweit her. Für den US-Konzern Goodyear hat der Deal eine enorme Bedeutung. Das Unternehmen war bereits der drittgrößte Reifenhersteller der Welt nach dem japanischen Unternehmen Bridgestone und dem französischen Unternehmen Michelin. Diesen Platz wird Goodyear auch nach der Übernahme behalten, obwohl der weltweite Jahresumsatz von derzeit 12,3 Milliarden auf etwa 15 Milliarden nach oben klettern wird.

Der Kauf ist jedoch vor allem deshalb von Bedeutung, weil er Goodyear in China, das zusammen mit den Vereinigten Staaten etwa ein Drittel der weltweiten Reifenproduktion im Jahr 2019 ausmachte, mehr Zugkraft verleiht. China ist auch der größte Automarkt der Welt und ein zunehmend attraktives Ziel für Akteure der Autoindustrie, um dort Wurzeln zu schlagen.

Durch den Zusammenschluss verdoppelt sich die Präsenz von Goodyear in China nahezu und erhöht sich die Anzahl der Beziehungen zu lokalen Automobilherstellern, wie die Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilten.

…..schluckt die Nummer Fünf

Mit Cooper schluckt Goodyear einen richtigen Traditionskonzern. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 2014 gegründet und nimmt mit seinen weltweit rund 10.000 Beschäftigten Platz fünf unter den größten US-Reifenherstellern ein.

Goodyear erweitert mit dem Zukauf das Produktangebot, indem zwei Portfolios komplementärer Marken kombiniert werden. Der Kauf wird auch einen stärkeren US-amerikanischen Hersteller mit verstärkter Präsenz in Vertriebs- und Einzelhandelskanälen schaffen und gleichzeitig die Stärken beider Unternehmen in den hochprofitablen Produktsegmenten Light Truck und SUV kombinieren.

Zudem erwartet Goodyear durch den Zusammenschluss Einsparungen in Höhe von etwa 165 Millionen Dollar über einen Zeitraum von zwei Jahren.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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