Reise-Konzern im Umbruch

Waren Sie in diesem Jahr schon im Urlaub? Egal ob mit einem Reiseanbieter oder auf eigene Faust: der Urlaub nimmt bei Deutschen eine immer größere Bedeutung ein. In Zeiten, in denen die Zinsen niedrig und die Arbeitsbelastung groß ist, wollen Menschen bewusst entspannen.

Ein schöner Urlaub ist vielen Deutschen daher einiges wert. Auch die großen Reiseveranstalter haben sich inzwischen den neuen Trends angepasst und bieten weitaus mehr als All-Inclusive und Resort-Atmosphäre. Der größte Reisekonzern TUI ist Profiteur des Reise-Trends.

TUI ist seit dem Zusammenschluss mit der britischen TUI Travel der weltgrößte Reisekonzern. Mit seinen 622 Tochtergesellschaften ist TUI im klassischen Reiseveranstalter-Geschäft tätig, betreibt mehrere Hotelketten sowie die Robinson-Clubs. Zudem unterhält der Konzern eine Flotte von Kreuzfahrtschiffen. Der 22%-Anteil an der Hapag-Lloyd Containerschifffahrt steht zur Disposition.

TUI baut sich weiter um

In der traditionell schwachen ersten Jahreshälfte hat TUI den Umsatz um 7,3% gesteigert und den Verlust um 12% auf 201,5 Mio € verringert. Pro Anteilsschein hat sich der Verlust wegen der höheren Anzahl Aktien sogar halbiert. TUI hatte im Dezember im Rahmen einer Kapitalerhöhung 242,8 Mio neue Aktien ausgegeben.

Nach der Fusion mit der britischen Tochter TUI Travel räumt Konzernchef Joussen jetzt ordentlich auf. Schrittweise werden die Markennamen der einzelnen Ländergesellschaften abgeschafft und das gesamte Angebot einheitlich unter der Marke TUI gebündelt.

Unter anderem werden die fünf Fluglinien zu einer Linie zusammengefasst. Auch die Hotel- und Club-Marken sind betroffen. Neben die Marke Riu tritt künftig die Marke TUI Blue, die Namen wie Dorfhotel und Iberotel vereint.

Denn im wettbewerbsintensiven Reisegeschäft sei der Auftritt unter einer globalen Marke zwingend erforderlich, besonders im Online-Vertrieb. Nur so sei langfristig profitables Wachstum möglich. In drei Jahren soll die Umstellung abgeschlossen sein.

Kurschancen und Dividendenrendite

Gleichzeitig wird das Kreuzfahrtgeschäft 2018/19 um zwei neue Schiffe erweitert. Und im Pauschalreisegeschäft wird der Konzern in Zukunft mit schlankeren Managementstrukturen agieren.

In diesem Jahr will TUI den Umsatz um 2 bis 4% und das bereinigte operative Ergebnis um 10 bis 15% auf 955 Mio bis 1 Mrd € steigern. Den Nettogewinn schätzen wir nach wie vor auf 250 Mio €. Ab 2016 sind dann beim operativen Ergebnis jährliche Steigerungsraten von mindestens 10% geplant. TUI ist mit seinen Restrukturierungen auf dem richtigen Weg. Eine Dividendenrendite von 2,3% gibt es obendrauf.

13. August 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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