Reisebranche wächst langsamer

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Die Erholung der Reisebranche wird sich in den kommenden Monaten verlangsamen. TUI hat einen negativen Nordafrika-Effekt von bis zu 35 Mio € (Foto: Birgit Reitz-Hofmann / shutterstock.com)

Die Erholung der Reisebranche wird sich in den kommenden Monaten verlangsamen. Vor allem die große Zahl der Frühbucher zu Jahresanfang wird sich nach Einschätzung vieler Tourismusexperten negativ niederschlagen. Zusätzlich getrübt wird das Geschäft von den Folgen der Unruhen in Ägypten und Tunesien sowie im Nahen Osten. Thomas Cook hatte im März wegen der Lage in Nordafrika vor Belastungen von bis zu 24 Mio € gewarnt. TUI (3301) hat einen negativen Effekt von bis zu 35 Mio € prognostiziert.

Damit betrügen die Belastungen allerdings nur ein Viertel bis ein Drittel dessen, was die Konzerne vor einem Jahr wegen der Aschewolke zu schultern hatten. Hinzu kommt die Sorge, dass das Reaktorunglück von Fukushima Folgen für die Branche hat. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Trendscope unter Tourismusfachleuten halten es 62% für möglich, dass auch die Zahl der Reisen in andere asiatische Länder zurückgehen wird. Vor dem Hintergrund der vielen Unwägbarkeiten und des sich abschwächenden Wachstums raten wir von einer Investition in die Reisebranche ab.

Neuer Service bei Starbucks

Einen Cappuccino, bitte – und dazu Internetzugang, Nachrichten und digitale Bücher. Die Café-Kette Starbucks (3306) umgarnt ihre Kunden mit einem neuen Service. Doch in Deutschland hat das Angebot einen Haken. Das Verbot von Laptops war erst der Anfang. Es folgten Espresso-Theken.

In Manhattan galt es auf einmal als absolut angesagt, seinen Kaffee im Stehen zu trinken. Das fördere die Kommunikation, behaupteten die Gastronomen – und verbannten allzu gemütliche Sofas und Sessel. Natürlich ging es nicht um die Kommunikation, sondern um den Kaffee. Je schneller ein Kunde den trinkt, desto schneller macht er Platz für den nächsten. Dass sich die digitale Bohème stundenlang an einem Glas Latte Macchiato festhält, können sich viele der kleineren Cafés einfach nicht leisten.

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Airbnb mischt die Reisebranche aufDie Airbnb Expansion hat Auswirkung auf Hotels und nun auch auf das Reisegewerbe. Denn die Bettenbörse bietet jetzt Rundum-Pakete an. › mehr lesen

Tipp24 neu in der Aktien-Analyse

Der Anbieter von Glücksspielen im Lotteriebereich überzeugt seit Jahren mit kontinuierlichem Wachstum und einer hohen Rentabilität. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen, besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Liberalisierung des deutschen Glücksspielmarkts. Wir nehmen Tipp24 (3315) mit 4 Sternen in die Aktien-Analyse auf. Die Beobachtung von Zapf Creation haben wir dagegen eingestellt. Eine Insolvenz wurde zwar vorerst abgewendet, ein Ergebnis- Turnaround steht aber noch in den Sternen. Der Pennystock ist nur für Zocker geeignet.

DO & CO hat viel vor

Große Hoffnungen setzt DO & CO (3312) auf die Olympischen Spiele 2012 in London. Hier ist das Unternehmen drauf und dran, den Zuschlag für die Bedienung von rund 9.000 VIP-Gästen zu bekommen. Eine Olympiade wirft umsatzmäßig zwischen 15 und 40 Mio € ab, und obwohl abgesehen von Schluss und Eröffnung die Auslastung nicht berauschend ist, will DO & CO unbedingt in die britische Hauptstadt. Denn: Beim Internationalen Olympischen Komitee sind loyale Menschen, sprich einmal Kunde, immer Kunde. Die Olympischen Spiele in London wären aber auch Gelegenheit, um stärker in den britischen Markt vorzudringen.

Zuwächse erhofft sich DO & CO auch von der Fußball- Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Diese beiden Länder hat das Unternehmen auch in puncto Zukäufe auf dem Radar. Ebenso den Wachstumsmarkt Türkei, wo zwei Drittel der Bevölkerung jünger als 35 Jahre alt sind, und den Mittleren Osten. Hier denkt der DO & CO-Chef an Abu Dhabi und Dubai; ein Joint Venture oder Akquisition – beides sei möglich.

PS.: McDonald’s bleibt im Depot aus Strategisches-Investieren


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.