Reiselust trotz Terroranschläge enorm hoch

Die Anschläge in Istanbul, Paris und Brüssel beherrschten eine Zeit lang unsere Medienwelt.

An den Finanzmärkten wurden die Schreckensmeldungen mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Schnell machte man sich Sorgen um die wichtige Reise- und Tourismus-Branche.

Doch diese Sorgen waren in großen Teilen unbegründet. Die Reiselust der Deutschen und Europäer hat nicht gelitten.

Reiselust ungebrochen

Im Gegenteil: Es wird so viel gereist wie nie zuvor. Die Reiseziele haben sich dabei allerdings etwas verschoben.

Während Tunesien, Ägypten oder die Türkei zusehends gemieden werden, erlebt das Westliche Mittelmeer sein Comeback. Auch Fernreisen werden immer häufiger gebucht – zur Freude der Airlines, Hotelbesitzer und Flughäfen.

Fraport und die Flughafen Wien AG haben trotz aller geopolitischen Unruhen eine grundsolide Geschäfts-Entwicklung hingelegt.

Die Umsatz- und Gewinn-Entwicklung wurde von den Anschlags-Serien nicht beeinträchtigt. Ein weiterer Profiteur der anhaltend hohen Reiselust ist CEWE Stiftung & Co. KGaA.

Mit ihren Fotobüchern führt CEWE unbestritten das Marktumfeld an. In der letzten Umfrage erreichten die originalen Fotobücher eine Marktbekanntheit von 70% – ein neuer Spitzenwert!

Insgesamt konnte CEWE ein Umsatzplus von fast 6% erreichen. Unterm Strich stieg der Gewinn um 9,5% auf 23 Mio. €.

Arbeitsmarkt im Bann der Konjunktur

Dagegen sieht es im Dienstleistungs-Bereich für Arbeits-Vermittlung ganz unterschiedlich aus. Die Konjunktur-Flaute macht dem Konzernen schwer zu schaffen.

Sieger bleibt nach wie vor Amadeus FiRe. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn erzielte der Branchen-Primus neue Rekordwerte.

Das operative Ergebnis stieg um über 7% auf 28,7 Mio. €. Da Amadeus kaum noch Investitionen tätigen muss, wird ein Großteil der Gewinne direkt an die Aktionäre ausgeschüttet.

Die attraktive Dividenden-Politik ist längst zum Markenzeichen des deutschen Personal-Vermittlers geworden.

Der aktuelle Dividenden-Vorschlag lautet 3,53 € pro Aktie. Am 18. Mai wird in der Hauptversammlung darüber abgestimmt, ob die Dividenden in dieser Höhe ausgeschüttet werden.

Die Zeitarbeits-Branche boomt. Doch nicht alle Konzerne profitieren von dieser Entwicklung.

Der harte Konkurrenzkampf hat viele gute Unternehmen bereits mürbe gemacht; darunter auch Adecco, Monster Worldwide und Paychex. Besonders geschockt waren wir bei der Entwicklung von Adecco.

Größter Verlierer: Adecco

Fast wie aus dem Nichts musste der Personaldienstleistungs-Konzern einen Gewinn-Einbruch von 99% verbuchen.

Im 4. Quartal rutschte Adecco sogar in die roten Zahlen und musste einen Verlust von 1,44 € pro Aktie ausweisen. Wie es weitergehen wird, ist noch etwas unklar.

Adecco versucht seine operativen Probleme abzustellen und investiert dazu in neue Märkte. Ob die Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Einen konkreten Plan können wir noch nicht erkennen.

Da sich aber mittlerweile auch die Konjunktur in den USA weiter abgekühlt hat, rechnen wir insgesamt mit einem harten Geschäftsjahr. Nach dem hohen Gewinn-Verfall ist nach unten aber nicht mehr allzu viel Luft.

4. Mai 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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