Reithinger-Privatbank-Kunden werden nur teilweise entschädigt

Liebe Leserinnen und Leser von Bankkunden-vertraulich, es gibt gute Neuigkeiten aus dem Hause Reithinger: Der Entschädigungsfall wurde festgestellt. Sie erinnern […] (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Liebe Leserinnen und Leser von Bankkunden-vertraulich,

es gibt gute Neuigkeiten aus dem Hause Reithinger: Der Entschädigungsfall wurde festgestellt. Sie erinnern sich vielleicht an unsere Meldung im August, dass die Privatbank Reithinger vor dem Aus stehe, weil sie zahlungsunfähig geworden sei. Als besonders problematisch erwies sich die Tatsache, dass die Reithinger-Bank seit 2002 nicht mehr dem Einlagensicherungsfonds angehörte, so dass viele langjährige Bankkunden um große Teile ihrer Ersparnisse bangen mussten.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat in diesem Fall ganze Arbeit geleistet: Denn am 14. September 2006 erklärte sie für die Reithinger-Bank den Entschädigungsfall nach § 5 Abs. 1 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes. Da die Reithinger-Bank von Gesetzes wegen der so genannten Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH, angehört, werden Kundeneinlagen bis zu maximal 20.000 Euro und bis maximal 90 Prozent der Einlagen pro Bankkunde entschädigt.

Das Gesamtvolumen der Kundeneinlagen einschließlich Sparbriefe beläuft sich auf rund 120 Millionen Euro. Das große Nachsehen haben Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute und Finanzdienstleister, mittlere und große Kapitalgesellschaften im Sinne des Handelsgesetzbuchs, Bund, Länder sowie Fremdwährungseinlagen, die nicht auf die Währung eines EU-Mitgliedsstaates oder auf Euro lauten.

Sind Sie persönlich davon betroffen, dann müssen Sie sich bis zur Entschädigungszahlung noch etwas gedulden. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH wird zunächst prüfen, wer zu den geschützten Einlegern gehört und sich mit diesen direkt in Verbindung setzen. Sie erhalten dann ein Formular, mit dem Sie Ihre Entschädigungsansprüche anmelden können. Erst danach erhalten Sie Ihre ermittelte Entschädigung ausgezahlt.

Wenn Ihre Einlagen bei Reithinger unter 20.000 Euro lagen, kommen Sie mit einem blauen Auge davon. Andere, die der Reithinger-Bank mehr als die 20.000 Euro anvertrauten, haben da wohl schlechtere Karten. Als Fazit bleibt nur der Hinweis, dass Sie stets prüfen sollten, ob Ihre Bank einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds angehört, der eine Absicherung über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus gewährleistet. Denn nur dann ist Ihr Kapital vollständig abgesichert. Gerade wenn Sie langjähriger Kunde Ihrer Bank sind: Fragen Sie ruhig einmal nach dem Stand der Dinge und verweisen Sie auf den Fall der Reithinger-Privatbank.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.