Rekord: Amazon knackt die 1.000er Marke

Onlineshopping funktioniert besser von Jahr zu Jahr. Dass Amazon auch mit ihrem Angebot „Prime“ immer Kunden bindet, scheint sich auszuzahlen (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Onlineshopping funktioniert besser von Jahr zu Jahr. Dass Amazon auch mit ihrem Angebot „Prime“ immer Kunden bindet, scheint sich auszuzahlen. Der Aktienkurs hat sich von Anfang des Jahres von 750 US-Dollar auf heute über 1.000 gesteigert!

Amazon Aktie über 1.000 US-Dollar

Im eingefügten Tageschart sehen Sie den Verlauf seit Dezember 2016. Das direkte Weihnachtsgeschäft hat die Aktienkurse nicht in die Höhe schnellen lassen. Dafür geht es aber seit dem Jahreswechsel steil bergauf.

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An der in gelb eingezeichneten 20-Tageslinie laufen die Kurse die meiste Zeit nördlich davon entlang. Es gibt zwar einige Schwankungen zwischendurch, alles in allem ist der Trend aber sehr stabil und wird die Anleger glücklich machen. „Jetzt müssten bei 1.000 US-Dollar aber viele verkaufen!“, werden sich einige Markteilnehmer denken.

Oft werden besonders runde Kurszahlen als psychologische Marke angesehen. Das ist auch durchaus berechnet. Nur wer jetzt bereits auf fallende Kurse setzt, könnte einen gravierenden Denkfehler haben.

Denn nicht nur Verkäufer warten auf diese Marke – es wird auch Käufer geben, die darauf hoffen und es als Zeichen von Stärke sehen. Die Psychologie funktioniert in beide Richtungen. Und selbst wenn die Kurse ein paar Tage lang nach unten gehen, Amazon macht nicht den Anschein morgen Insolvenz anzumelden. Onlineshopping boomt und der Trend sieht stabil aus.

Das beweist auch Statista, deren Analyse zum E-Commerce eindeutig ist. Unten sehen Sie den Umsatz im Einzelhandel weltweit von 2012 bis 2015. Die Zahlen danach sind geschätzt. Laut dieser Prognose erreichen wir im Jahr 2020 einen Gesamtumsatz von über 4 Billionen US-Dollar.

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2017 wird wohl zum ersten Mal die 2 Billionen US-Dollar Grenze überschritten. Einen extrem großen Kuchen davon hat sich Amazon gesichert. 2015 hatte Amazon 107 Milliarden US-Dollar umgesetzt, also knapp 7 Prozent des gesamten Marktes.

Trendwenden: Wann dreht der Markt?

Als Optionenhändler sollten Sie die Märkte gut im Auge behalten und Trendwenden erkennen. Das ist allerdings oft leichter gesagt als getan. Denn eine Richtungsänderung im Nachhinein zu identifizieren ist immer leicht. Doch in diese Falle tappen viele Anfänger. Sie glauben, dass die Kurse sich bald ändern werden. Sie lesen entsprechende Nachrichten und stimmen zu. Gefestigt ist die Idee von der Trendwende.

Bis jetzt ist das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen. Wer so denkt und nicht danach handelt, spart sich Geld. Denn wenn Sie jetzt glauben, dass es Zeit wird – beispielsweise für Amazon – endlich wieder fallende Kurse zu zeigen, kann das teuer werden. Zahlreiche Börsensprüche warnen davor ins sogenannte fallende Messer zu greifen. Das bezieht sich zwar eher auf sinkende Kurse und dass Sie nicht zu schnell kaufen sollen, ist aber im Prinzip identisch.

Wer glaubt, dass der US-Dollar jetzt wieder an Stärke gewinnen muss, verkauft EUR/USD. Wer denkt, dass Amazon nach der 1.000 US-Dollar-Marke einbricht, geht hier short. Realitätsverweigerer gibt es auch an der Börse. Deshalb: Lesen Sie unterschiedliche Quellen, auch wenn diese andere Meinung sind als Sie. Wenn Sie nur negative Nachrichten über die Eurozone anschauen, verpassen Sie seit fünf Monaten den Aufwärtstrend des Euros im Vergleich zum US-Dollar.

Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze hinsichtlich der Realität am Aktienmarkt. Die Börse hat zwar nicht unbedingt immer Recht, aber das nützt Ihnen nichts, wenn Sie dagegen handeln.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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