Rekordjagd an den US-Aktienmärkten setzt sich 2020 fort

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Die Rekordjagd an den US-Aktienmärkten scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Die Fallhöhe wird Tag für Tag größer. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Im Jahr 2019 ging es an den US-Aktienmärkten ja schon wild – prozentual zweistellig – nach oben. Damit wurde die schwache Performance des Vorjahres 2018 mehr als nur ausgeglichen. Liquiditätsgetrieben konnten US-Aktien, insbesondere die ohnehin schon extrem hochkapitalisierten Tech-Aktien, einmal mehr enorm zulegen.

Billionenschwere Konzerne

Die Marktkapitalisierung der großen Tech-Konzerne erreicht täglich neue Extremwerte. Aktuell sind es gleich zwei Werte, die über eine Billion Dollar „schwer“ sind. Apple ist die klare Nr. 1 mit einer Marktkapitalisierung von knapp 1,4 Billionen Dollar. Zur neuen Nr. 2 avancierte Microsoft mit gut 1,2 Billionen Dollar Marktwert; gefolgt von Alphabet und Amazon mit knapp einer Billion Dollar Marktkapitalisierung.

Zusammen mit der Facebook Aktie bringen die fünf großen US-Tech-Werte nun eine exorbitante Marktkapitalisierung von sage und schreibe 5,3 Billionen Dollar auf die Waage. 5.300 Milliarden Dollar. Diese fünf Unternehmen sind damit knapp 40 Prozent mehr wert als das BIP Deutschlands. Und sie sind fast dreimal so viel wert wie der Gesamtwert aller deutschen Aktien. Das sagt schon fast alles aus.

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Beschränktes Potential nach oben

Angesichts einer derart hohen Bewertung stellt sich selbst für die Börsen-Bullen die Frage, wie viel Potential, ja Luft noch nach oben hin noch da ist. Ein zehn Prozent Anstieg der Apple-Aktie bedeutet ja ein Plus von 140 Milliarden Dollar an Marktwert. Das ist fast so viel wie die gesamte Marktkapitalisierung der Nr. 1 in deutschen Landen, SAP. Allein daran erkennt man, dass selbst für Top-Konzerne wie Apple die Höhenluft immer dünner wird.

Ja, liebe Leser, die extrem hohe Bewertung der US-Aktien hat mit der harten realwirtschaftlichen Realität kaum mehr was zu tun. Wir haben an der Stelle ja schon des Öfteren auf das Shiller-KGV, das nur zur Jahrtausendwende höher als jetzt stand, hingewiesen. Neulich wies ein erfahrener Kollege uns auf die im historischen Vergleich hohe Substanzbewertung hin.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis für den marktbreiten S&P 500 liegt aktuell bei knapp vier. Das heißt, dass Investoren aktuell fast das Vierfache des reinen Substanzwertes auf den Tisch legen. Das ist im historischen Vergleich ebenfalls exorbitant hoch. Zum Vergleich, nur zur Jahrtausendwende lag das Kurs-Buchwert-Verhältnis im S&P 500 höher. Und zwar bei über fünf.

Anders gesagt, es ist nicht ausgeschlossen, dass die Investoren den US-Aktienmarkt in einer extremen Übertreibungsphase erneut auf das Bewertungshoch des Jahres 2000 hieven. Spätestens dann dürfte das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Viel Luft nach oben ist da nicht mehr da. Allerdings ist schon jetzt die Absturzgefahr historisch hoch!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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