Rekordzahl an Arbeitslosen sorgt für massive gefahren im Euro-Raum

In Ländern wie Italien notiert die Zahl der Arbeitslosen noch immer auf einem Rekordniveau – doch ohne eine deutliche Reduzierung wird es auch keine Wende in der Euro-Zone geben. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Im Euro-Raum ziehen wieder dunkle Wolken auf. Noch sind sie nur am Horizon zu sehen – aber wie so oft im Sommer: Diese dunklen Wolken werden heftige Gewitter für uns alle bringen. Was sich für Sie zunächst eher wieder der heutige Wetterbericht anhört, beschreibt ganz gut die bevorstehenden Probleme in der Euro-Zone.

Vor allem die großen Länder wie Italien und Frankreich bergen große Gefahren: Zunächst streben die nationalen Regierungen danach, die Sparprogramme wieder aufzuweichen: Die etwas bessere Wirtschaftslage wollen sowohl Frankreichs Präsident Hollande als auch Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi dazu nutzen, um eben die Erfüllung der Sparauflagen etwas zu strecken.

Zusätzlich steht die wirtschaftliche Erholung mit einem Miniwachstum in Italien auf wirklich tönernen Füßen. Ein klares Signal wie schwierig die Lage weiterhin in Italien ist, liefern die ganz aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt. So lag im April in Italien die Arbeitslosenquote bei 12,6%.

Italien: Rekordarbeitslosigkeit belastet das Land

Im gesamten ersten Quartal lag die Quote in Italien auf dem Rekordniveau von 13,6%. Das ist der höchste Wert seit dem Beginn der Datenerhebung im Jahr 1977. Und wie in den anderen Krisenländern auch, leiden vor allem die Jugendlichen unter der massiven Erwerbslosigkeit. Die erreichte jetzt mit einer landesweiten Quote von rund 43% auch einen neuen Rekordwert.

Und eins muss ihnen bei den Zahlen auch immer klar sein: Das sind die mit Abstand besten Zahlen, die es für die Erwerbslosigkeit in Italien geben kann. Die Regierung des Landes orientiert sich hierbei an den laschen Vorgaben der internationalen Labour Organisation(ILO). Und bei dieser speziellen Betrachtung gelten Personen schon dann als erwerbstätig, wenn sie einem wöchentlichen Berichtszeitraum nur eine Stunde lang gegen Entgelt arbeiten. Und das ist nur ein Aspekt der eher lockeren ILO-Vorgaben.

Daran wird Ihnen schnell deutlich: Hier wird von offizieller Seite ein positiveres Bild gezeichnet, das nicht der Realität entspricht. In der Konsequenz tauchen in der Statistik viele Bürger gar nicht auf, die aber de facto keinen Job haben. Und trotzdem notieren die Arbeitslosenquoten nicht nur in Italien sondern in vielen anderen Ländern auf Rekordständen.

Und meiner Auffassung nach wird es in Europa nicht nahhaltig nach oben gehen, wenn nicht das Problem der ausufernden Arbeitslosigkeit eingedämmt wird. Was nützt da schon eine sinkende Arbeitslosigkeit in Deutschland? In der EU sind noch immer fast 12% der Erwerbstätigen ohne Job. Diese Zahl ist nur schwer zu fassen.

Aber bei einer Zahl von mehr als 23.000.000 wird schon deutlich: Das Problem ist sehr groß. Vor allem haben seit dem Frühjahr 2008 bis heute rund 10 Millionen Menschen in der EU ihren Job verloren. Und noch ist nicht klar, wie bei diesem drängenden Problem die Wende gelingen soll.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.