Rendite mit Luxus-Marken?

Würde man Passanten auf der Straße mit den Buchstaben LVMH konfrontieren, käme dabei wohl eher wenig raus. Doch LVMH steht für alles, was teuer ist. Als Luxusgüterkonzern hat das Unternehmen eine Reihe Marken im Angebot, die den befragten Passanten auf der Straße sicher mehr sagen würden.

Die LVMH-Gruppe (Louis Vuitton Moét Hennessy), weltgrößter Luxusgüter-Konzern, produziert und vertreibt Weine & Spirituosen (Hennessy, Pommery), Mode- & Lederwaren (Louis Vuitton, Kenzo, Givenchy), Parfüms & Kosmetika (Dior, Guerlain), Schmuck & Uhren (TAG Heuer, Bulgari).

Über ausgesuchte Boutiquen, Shops und Einzelhandelsketten (Sephora, Le Bon Marche) werden weitere Haute Couture-Artikel angeboten.

Übernahme von Pepe Jeans

2014 war für LVMH ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um 5,6% auf 30,6 Mrd €. Bereinigt um Sondereffekte lag das Wachstum bei 5%. Dabei haben sich die regionalen Absatzmärkte sehr unterschiedlich entwickelt. In den USA herrscht weiterhin eine gute Kauflaune. Auch Asien konnte überzeugen. Hier zeichnen sich aber regionale Trends ab.

In einigen asiatischen Ländern boomt das Luxusgeschäft, in anderen kommt es teilweise vollständig zum Erliegen. Auch in Europa trifft der Konzern zunehmend auf Widerstände. Trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus und der hohen Kaufkraft in den DACH-Staaten fiel das Wachstum verhalten aus.

Besonders glänzen konnte im letzten Geschäftsjahr das Segment Mode & Lederwaren. Mit der Übernahme des italienischen Kaschmirdesigners Loro Piana hat sich LVMH nicht nur neue Modetrends, sondern auch starke Luxusmarken wie Celine, Givenchy oder Fendi gesichert.

Zudem hat LVMH Pepe Jeans übernommen. Das Investment überrascht etwas, da Pepe deutlich unter dem klassischen Preisniveau von LVMH angesiedelt ist.

Als Aktie nur Mittelmaß von der Stange

Etwas enttäuschend war dagegen das Geschäft mit Wein & Spirituosen. Hier musste der Konzern sogar ein Umsatzrückgang von 4% auf 4 Mrd € verkraften. Unterm Strich konnte LVMH aber seinen profitablen Wachstumskurs fortsetzen und den Gewinn um 54,7% auf 6,1 Mrd € steigern.

Darin sind auch die hohen Sondereinnahmen enthalten, die LVMH durch den Verkauf seiner Hermés-Anteile eingenommen hat. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung, auch die Dividendenrendite von 1,9% haut uns nicht vom Hocker.

LVMH hat zwar starke Marken, doch irritieren vor allem die Absatzschwierigkeiten in einigen aufstrebenden Ländern. Beim Thema Luxus erwarten wir dort stetes Wachstum. Möglicherweise kann der jüngste Zukauf (Pepe Jeans) die Wende bringen. Doch auch hier müssen Anleger abwarten. Derzeit gibt es besser Alternativen.

5. August 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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