Rendite vor Schönheit

Kosmetik verkauft sich gut. Inzwischen gibt es auch immer mehr Männer, die Cremes und Pflegeprodukte benutzen. Für Unternehmen in der Kosmetik-Branche gibt es viel zu verdienen. Dank Marken und ihrer Anziehungskraft auf unterschiedliche Käufergruppen, können große Konzerne die Zahl der Kunden maximieren.

Vor allem L’Oréal gelingt das gut. L’Oréal ist mit einem Anteil von 16% Weltmarktführer bei Kosmetika mit Schwerpunkt in den Segmenten Haar-, Haut- und Körperpflege, Make-Up und Parfüms.

L’Oréal entwickelt, produziert und vertreibt Gesundheits- und Schönheitsprodukte unter bekannten Marken wie Lancôme, Vichy, Garnier, Giorgio Armani, Jade und Ralph Lauren. Sie decken damit den gesamten Bereich von Massenware bis zu Luxusartikeln ab.

Drei Schritte zum Erfolg

L’Oréal hatte ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um 1,8% auf 22,5 Mrd €. Vor allem das Geschäft mit Luxuskosmetika hat sich hervorragend entwickelt und unsere Erwartungen übertroffen.

Nach einer Verlangsamung der Wachstumsdynamik im 3. Quartal ist die Nachfrage im Schlussquartal wieder enorm angestiegen. Luxuskosmetika werden deutlich über dem Durchschnittspreis verkauft. Die Kosten für die Herstellung und Vermarktung sind aber nur geringfügig höher. Unterm Strich werden deutlich bessere Margen erzielt.

Das zeigt auch das Zahlenwerk. Der Jahresgewinn legte um 66% auf 4,9 Mrd € zu. Bereinigt um Sondereffekte wurde noch ein Plus von 3,4% erreicht. Das operative Ergebnis betrug 3,9 Mrd €. Im 1. Quartal 2015 konnte L’Oréal an die Erfolge des Geschäftsjahres anknüpfen und ein Umsatzplus von 14,2% erwirtschaften.

Damit stieg der Quartalserlös auf 6,4 Mrd €. Im laufenden Geschäftsjahr soll die Wachstumsstrategie fortgeführt werden. Dabei hat L’Oréal drei unterschiedliche Baustellen. Einerseits soll das Geschäft mit den Luxuskosmetika weiter ausgebaut werden. Die Produkte werden gut angenommen, und weitere Marktpotenziale sollen ausgeschöpft werden.

Andererseits sollen aber auch die Standard-Produkte in den Schwellenländern stärker beworben werden. Hier müssen die Marken noch besser etabliert werden. Drittens setzt L’Oréal auf altersbedingte Kosmetika. Damit möchte der Konzern vom demographischen Wandel profitieren.

Markteroberung in Schwellenländern wird kein Spaziergang

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kursentwicklung. Positiv werten wir die Marktmacht des Weltmarktführers. Auch die Ausrichtung auf Schwellenländer und altersbedingte Kosmetika klingt vielversprechend.

Um im fernen Asien allerdings Marken zu etablieren, wird L’Oréal einigen Aufwand auf sich nehmen müssen. Der Schritt in die Schwellenländer wird kein Spaziergang und es wird Rückschläge geben. Anleger sollten daher zunächst an der Seitenlinie bleiben.

6. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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