Renk: Übernahme-Gerüchte sorgen für Höhenflug

Volkswagen prüft einen Verkauf des Getriebe-Herstellers Renk. Erfahren Sie diesem Beitrag alles Weitere rund um dieses Thema: (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Die jüngsten Übernahme-Spekulationen haben die Renk-Aktie aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Immerhin notierten die Papiere seit mehr als 2 Jahren in einer engen Handelsspane um die 100 €.

Doch seit bekannt wurde, dass der Getriebe-Hersteller aus dem Volkswagen-Portfolio aussortiert werden könnte, zog die Aktie um satte 15% an.

Internationaler Hersteller von Spezial-Getrieben

Bei Renk handelt es sich um einen wahren Traditions-Konzern, der bereits im Jahr 1873 gegründet wurde.

amals gründete Johann Julius Renk im Augsburger Lechviertel eine kleine mechanische Werkstatt zur maschinellen Herstellung von Zahnrädern.

Heutzutage ist das Unternehmen ein international tätiger Hersteller von Spezial-Getrieben, Komponenten der Antriebs-Technik und Prüfsystemen.

In diesem Zusammenhang bietet die Gesellschaft ihre Dienste in der Entwicklung, Konstruktion sowie Fertigung an.

Produziert werden die Produkte übrigens an 3 Standorten in Deutschland sowie in Frankreich und in den Vereinigten Staaten.

Das Produkt-Sortiment erstreckt sich von automatischen Lastschalt- und Kettenfahrzeug-Getrieben über Gleitlager und Kupplungen bis hin zu Industrie- und Schiffs-Getrieben.

Zudem entwickelt und fertigt die Firma schlüsselfertige Prüfsysteme für die Entwicklung, Produktion und Qualitäts-Sicherung von Produkten der Automobil-, Eisenbahn- und Luftfahrt-Industrie.

Bieter-Verfahren könnte im Herbst starten

Jetzt ist aus informierten Kreisen durchgesickert, dass der Volkswagen-Konzern sämtliche Optionen für Renk prüfe.

Da Volkswagen ohnehin das komplette Beteiligungs-Portfolio auf den Prüfstand stellt, gehen Insider davon aus, dass die Einheit verkauft werden könnte.

Bei einem Jahres-Umsatz von zuletzt 495,9 Mio. € erzielte die Firma einen Vorsteuer-Gewinn von 65 Mio. €.

Auf dieser Grundlage gehen Experten von einem Unternehmenswert zwischen 600 und 800 Mio. € aus.

Für Sie zum Vergleich: Nach dem Kurssprung liegt der aktuelle Börsenwert der Firma bei 770 Mio. €.

Besonders Finanz-Investoren wie Cinven, CVC, Carlyle oder KKR wird Interesse nachgesagt.

Aber auch Wettbewerber wie Timken, Rexnord oder Allison Transmission dürften sich die Firma genauer ansehen.

Da Renk aber auch Zulieferer für die Rüstungs-Industrie ist, dürfen sich Bieter aus Nicht-Nato-Staaten eher wenige Chancen in einem Bieter-Prozess machen.

1/5 der Aktien liegt in freuen Händen

Bislang sind die Eigentums-Verhältnisse des 2.200 Mitarbeiter starken Unternehmens klar aufgeteilt:

  • Immerhin 76% der Anteile liegen in den Händen der VW-Lastwagen-Tochter MAN.
  • Weitere 21% der Papiere befinden sich im sogenannten Streubesitz.
  • Und knapp 2,9% hält Renk selbst.

Rückläufiges Ergebnis erwartet

In den vergangenen Jahren schwankte der Jahres-Umsatz zwischen 480,3 und 495,9 Mio. €. Die Gewinnmarge pendelte dabei zwischen 8,59 und 10,15%.

Für das laufende Jahr erwartet der Getriebe-Spezialist einen leicht sinkenden Auftrags-Eingang.

Beim operativen Ergebnis rechnet Renk auf Grund negativer Entwicklungen in einzelnen Absatzmärkten mit einem spürbaren Einbruch.

Unterdessen regt sich bereits Widerstand der Arbeitnehmer-Vertreter der VW-Tochter MAN, die einen Verkauf strikt ablehnen.

Vor diesem Hintergrund können davon ausgehen, dass die Verkaufs-Verhandlungen nicht ohne Stolpersteine über die Bühne gehen.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.