Renminbi: Kaufen Sie die aufsteigende Währung

Die BRIC-Länder wollen im Außenhandel miteinander eventuell ihre eigenen Währungen verwenden. Unser Geheimtipp lautet: Kaufen Sie Renminbi. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China haben am Wochenende das dritte Gipfeltreffen der jungen Schwellenmarkt-Gruppe beendet und lässt nur einen Schluss zu: Kaufen Sie Renminbi!

Die wichtigste Nachricht aus der Gruppierung, die 40% der Weltbevölkerung vertritt, war nämlich nicht die Warnung vor den Gefahren galoppierender Preise für die Weltwirtschaft. Auch nicht die Einladung der Chinesen an Südafrika, Mitglied zu werden.

Außenhandel in eigener Währung

Die wichtigste Nachricht ist mit Abstand, dass die BRIC auf der chinesischen Insel Hainan über die Möglichkeit sprachen, ihren Außenhandel untereinander in ihren eigenen Währungen abzurechnen.

Wenn man bedenkt, dass die BRIC im vergangenen Jahr so viel zum globalen Wachstum beisteuerten wie alle Industrieländer zusammen, lässt das aufhorchen.

Ein Blick auf die Handelsströme der Gruppierung relativiert die Nachricht zwar wieder etwas, aber sie vermittelt die Brisanz dieser Überlegung: Denn die BRIC-Mitglieder (außer China) wickeln zwar nur etwa 3% ihres Außenhandels miteinander ab, aber schon jetzt kommt China für 12% des Außenhandels in der Gruppe auf.

Chinesische Renminbi sind gutes Investment

Im Klartext heißt das: Gehen die BRICs tatsächlich dazu über, im Warenaustausch miteinander die eigenen Währungen zu verwenden, wird das ein gewaltiger Pusch für den chinesischen Renminbi, dessen Verbreitung Peking aus wachsendem Misstrauen gegenüber der amerikanischen Geld- und Schuldenpolitik derzeit forciert.

Geheimtipp: Renminbi kaufen

Das wird auch an einem Börsen-Event deutlich, das unmittelbar bevorsteht. Am 29. April wird an der Börse von Hong Kong erstmals außerhalb des chinesischen Festlandes eine Aktie in den Kurszettel aufgenommen, die in Chinas Renminbi notiert ist.

Der Börsengang des Immobilien-Trusts Hui Xian – dem das Shoppingmekka Oriental Plaza in Peking gehört – dient genau demselben Ziel: Chinas Währung möglichst schnell zu einer Alternative zum Greenback aufzubauen.

China entwickelt dabei enormes Momentum. Sich ein paar Renminbi-Banknoten in den Safe zu legen, könnte eines der besten Investments der kommenden 10 Jahre werden.

Renminbi wird als Nachfolger von Dollars in Hong Kong aufgebaut

Das Reich der Mitte hat auch angefangen, den Umlauf seiner Landeswährung Renminbi (Volksgeld) zu forcieren und die Währung als möglichen Nachfolger des Dollars aufzubauen.

So, wie die Volksrepublik Ende der 70er Jahre im Süden des Landes die Sonderwirtschaftszone Shenzhen einrichtete, um Wirtschaftsreformen zu erproben, so verwandelt sie derzeit die Ex-Kolonie Hong Kong in ein Labor, um eine rasante Ausdehnung von Handelsfinanzierungen und Bond-Emissionen auf Renminbi-Basis zu testen.

Laut der Hong Kong Monetary Authority – das ist die Geldbehörde der Stadt – schnellte der Anteil des Renminbi an den Bankeinlagen von Privatkunden innerhalb eines Jahres von 0,1% auf 4% nach oben. In absoluten Zahlen nahmen die RMB-Einlagen in den 12 Monaten bis November 2010 um 246% zu.

Einzelhändler mögen chinesische Währung

Wegen der massiven Zunahme chinesischer Touristen nehmen die meisten Einzelhändler in Hong Kong inzwischen gerne Renminbi an. Sie spekulieren auf etwas, das sich auch für westliche Anleger als lohnendes Investment herausstellen könnte:

Das Vorhalten eines gewissen Renminbi-Bestandes, um bei einer Aufwertung in den kommenden Jahren profitieren zu können.

Haben die U.S.-China Economic and Security Review Commission und der Big Mac-Index des Economist recht, dann ist der Renminbi zwischen 40 und 50% unterbewertet. Wenn China dies bei anhaltendem Wachstum in den nächsten Jahren schrittweise ausgleicht, könnte man hier einen schönen Schnitt machen.

Westliches Geld lässt sich in Schritten mit Hilfe chinesischer Touristen tauschen, oder beim nächsten Besuch in Hong Kong. Oder durch ein Renminbi-Konto in der Ex-Kolonie.

Der Haken ist: Manche Banken verlangen eine Empfehlung eines lokalen Kunden, um für „Wessis“ ein Konto zu eröffnen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.