Rente aus Stein?

Ein häufiger Kritikpunkt der Gegner von Eigenheimimmobilien ist das „Klumpenrisiko“. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Ein häufiger Kritikpunkt der Gegner von Eigenheimimmobilien ist das „Klumpenrisiko“.

Damit ist gemeint, dass das Vermögen von Eigenheimbesitzern im Ruhestand sich im Wesentlichen auf das Eigenheim beschränkt und dies, trotz eines hohen Vermögenswertes, illiquide ist.

Mit der Folge, dass spätestens im Rentenalter, wenn die laufenden Einkünfte niedriger sind , die finanzielle Flexibilität eingeschränkt sein kann.

Zwar wohnen diese Personenkreise meist mietfrei, da die Hypothek oft abbezahlt ist, trotzdem können größere finanzielle Wünsche nicht umgesetzt werden.

Dazu gehören notwendige Instandhaltungen, aber auch ganz andere, individuelle und  persönliche Aufwendungen, wie Pflege, Unterstützung der Kinder oder der Fall von gänzlich fehlenden Erben.

Verkauf?

Ein Verkauf kann eine Option sein, ist aber meist nicht wirklich die Wunschlösung. Schließlich war es ja eben das Ziel, sein Alter in den eigenen vier Wänden zu verbringen.

Verrentung?

Ein in Deutschland noch relativ unbekanntes Thema ist die Immobilienverrentung.

Tatsächlich gibt es aber einige Anbieter, die mit unterschiedlichen Konzepten in diesem Markt unterwegs sind.

Das kann für Eigentümer wie Investoren durchaus interessant sein.

Im Kern geht es darum, das in der Immobilie gebundene Kapital in flüssiges Kapital umzuwandeln. Dazu wird das Haus z.B. unter dem Vorbehalt des Nießbrauchrechtes oder der Eintragungen eines Wohnrechtes verkauft. Den Kaufpreis erhält der Eigentümer als Einmalzahlung oder – wahlweise- als Zusatzrente.

Der Eigentümer, dessen Nießbrauch grundbuchlich gesichert ist,  kann bis zu seinem Ableben dort wohnen und zahlt natürlich weiterhin auch keine Miete.

Wichtig ist, die Ausgestaltung auf die persönlichen Gegebenheiten abzustellen.

Der Vorteil für Investoren besteht darin, dass sie dadurch Zugang zu Objekten erhalten, die noch nicht auf dem Markt sind und andernfalls möglicherweise nie angeboten worden wären, zudem nicht zu den günstigen Konditionen eines Nießbrauchvertrags.

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Denn der Nießbrauch wird kapitalisiert und vom Verkehrswert der Immobilie abgezogen.

Wachstumsmarkt

Dass der Markt wachstumsstark ist, zeigen die Zahlen:

So hat in den vergangenen Jahren „HausplusRente“ von der HausPlusRente GmbH nach eigenen Angaben mehr als 2000 Senioren zum Thema Immobilienverrentung beraten.

Daraus resultierten 200 Abschlüsse mit einem Verkehrswert von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro, so Otto Kiebler, Gründer und Geschäftsführer von „HausplusRente“

Dieser Anbieter ist seit jüngstem auch in Berlin aktiv.

Die Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG bietet Immobilien-Leibrenten an.  Die Hausverkäufer bekommen hier im Gegenzug eine monatliche Leibrente und ein mietfreies Wohnrecht.

Auch die Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG expandiert. So ist im AssCompact  vom 24.04.2018 zu lesen:

„Deutsche Leibrente sucht 200 neue Partner für Immobilienverrentung

Die Verrentung von Immobilien war in Deutschland lange ein absolutes Nischenprodukt. Seit etwa drei Jahren kommt aber Bewegung in den Markt, vor allem durch die Deutsche Leibrenten AG. Um weiter stark zu wachsen sucht das Unternehmen mindestens 200 neue Kooperationspartner, vor allem aus dem Maklerbereich.“

Natürlich gibt es weitere Anbieter. Als Investor liegt es wieder an Ihnen, sich entsprechend über Möglichkeiten und Anbieter zu informieren.

Denn auch 2018 bleibt es bei dem Grundsatz:

Investieren Sie, aber investieren Sie klug.


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Von: Andreas Sell. Über den Autor

Andreas Sell ist heute als Investor, Geschäftsführer verschiedener Grundstücksgesellschaften, Beiratsmitglied einer Münchener Fondsgesellschaft und Autor tätig.