Rente: IWF fordert noch höheres Renteneintrittsalter

Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds soll die Rente mit 70 die Lösung für das deutsche Rentensystem bringen. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Langsam aber sicher steigt in Deutschland das Rentenalter an. Doch nun tauchen Forderungen auf, das Alter noch weiter ansteigen zu lassen – denn sonst bekommen wir in Deutschland ein Rentenproblem.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jetzt die deutsche Bundesregierung dazu aufgefordert, das Renteneintrittsalter von aktuell 67 Jahren nochmals merklich auf 70 Jahre zu erhöhen. Angesichts einer schnell schrumpfenden und alternden Bevölkerung stehe die Volkswirtschaft nach IWF-Angaben vor großen Herausforderungen. Änderungen am Rentensystem sollen deshalb dafür sorgen, dass die Menschen länger arbeiten und noch später in Rente gehen.

Dabei ist Deutschland unter den Industrieländern heute schon an der Spitze derjenigen, wo von den Versicherten am meisten Beiträge für eine relativ geringe Rente geleistet werden müssen. Beim Vergleich von aktuellem Einkommen zur erwartbaren Rentenhöhe kommt Deutschland nach Angaben der OECD jetzt schon gerade einmal auf 58 Prozent. Im Schnitt liegen die anderen OECD-Länder bei 69 Prozent Rente des vorigen Einkommens. Italiener kommen auf 75 Prozent, Spanier auf 84 Prozent und Griechen sogar auf 110 Prozent Rente im Verhältnis zum früheren Einkommen.

Extrem niedriges Rentenniveau in Deutschland – und hohe Anzahl an Beitragsjahren

In Deutschland muss dazu noch im Schnitt 45 Jahre gearbeitet werden, um auf das genannte Rentenniveau zu kommen. In Frankreich sind es nur 41 Jahre, in Italien 40 Jahre und in Griechenland sogar nur 35 Jahre.

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Bei solchen Forderungen geht es meiner Ansicht nach deshalb nur darum, die Renteneinzahlungen zu steigern und die Ausgaben durch ein späteres Renteneintrittsalter zu senken. Diese Forderungen des IWF zeigen, wie desolat das Rentensystem in Deutschland ist, wo eine immer größere Zahl von Rentenempfängern durch immer weniger Beitragszahler finanziert werden muss.

Ein jetzt gefordertes Renteneintrittsalter von 70 Jahren führt zwangsläufig dazu, dass die Rentenzahlungsdauer entsprechend abnimmt. Bei einer Lebenserwartung für Männer von derzeit 79 Jahren und bei Frauen von 84 Jahren wären das pro Rentenempfänger im Durchschnitt drei Jahre weniger.

Das heißt für Sie, dass Sie keinesfalls davon ausgehen können, dass das Rentensystem in absehbarer Zeit weiter so funktionieren wird, wie es heute der Fall ist. Ich gehe davon aus, dass nach dem nächsten Finanzcrash nicht nur künftige Renten nochmals reduziert, sondern auch laufende Renten gekürzt werden. Deshalb ist es für Sie wichtig, Ihr Vermögen vor den Folgen eines möglichen Crashs zu schützen. Sichern Sie es deshalb mit einer breiten Streuung ab – dann sind Sie jetzt schon bestens auf den unweigerlich kommenden Crash vorbereitet.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.