Renten-Desaster: So schützen Sie sich vor Altersarmut

Ihnen stehen harte Zeiten bevor, oder anders ausgedrückt: eine sehr ungewisse Zukunft. Denn es geht um Ihre Alters-Vorsorge; um Ihre Rente.

Im Zuge des Vorwahlkampfes zur Bundestagswahl 2017, der längst begonnen hat, offenbart sich nun das ganze Desaster – verdrängt und vertuscht von den Politikern, vergessen von den Bürgern; von Ihnen.

Es ist also an der Zeit, Klartext über dieses Thema zu sprechen, um Ihnen die Augen zu öffnen, was Sie alles zu erwarten haben – v. a. aber, was nicht –  und wie Sie sich vor Altersarmut schützen können.

Der Renten-Wahlkampf hat begonnen

Sie erinnern sich: Vor wenigen Tagen beschloss der Bundestag die Angleichung der Renten im Osten an die Sätze im Westen – und zwar in Etappen, und erst bis 2025.

„Wahlkampf-Getöse!“, kann man da nur sagen. Denn gewohnheitsgemäß kommen Politiker jedesmal vor einer entscheidenden Wahl mit Bürger-Bonbons um die Ecke.

Zumeist sind das ohnehin nur Versprechen, die schnell wieder gebrochen werden.

Renten-Erhöhung – jede Medaille hat 2 Seiten

Nichtsdestotrotz: Am 1. Juli 2016 wurden die Renten im Westen um 4,25% und im Osten auf 5,95% angehoben.

Was im Lobes-Jubel der Politik jedoch unterging: Durch die höheren Bezüge kamen zahlreiche Rentner in die Steuerpflicht.

1 Jahr vor der Wahl fordert Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles jetzt mehr Geld aus dem Bundes-Haushalt für die Rentner – und höhere Beiträge.

Selbstständige, die nicht in anderen Versorgungs-Einrichtungen pflichtversichert sind, sollen zukünftig ebenfalls in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.

Übrigens: Die Standard-Rente erhält ein Beitragszahler, der in 45 Beitragsjahren jeweils das durchschnittliche Einkommen bezogen hat.

Die Wahrheit über Altersarmut

Die Politiker scheinen sich nicht ganz einig, ob die gesetzlichen Renten nun 49% des durchschnittlichen Aktiv-Einkommens ersetzen, oder 48%.

Fakt ist: Alles deutet auf ein weiteres Absinken auf nur noch 42% – und weniger – hin… Nahles verkündete im Zuge des Vorwahlkampfes, dass dieser Wert nicht unter 46% sinken dürfe.

Aber das ist natürlich nicht zum Nulltarif zu bekommen – ganz im Gegenteil: Dafür müsste der Beitragssatz von momentan 18,7% auf maximal 24% steigen.

Was Ihnen auch verschwiegen wird: Die Weltgesundheits-Organisation WHO definiert Altersarmut ab einem Satz von 50%, die EU sogar von 60%.

Arme Rentner und Grundsicherung

Was Sie wissen sollten: Wenn Sie hierzulande weniger als 775 € von der Rentenversicherung ausbezahlt bekommen, können Sie die Grundsicherung in Anspruch nehmen.

Um die Altersarmut in Deutschland kleinzureden, behaupten Politiker nun frech, dass dies nur 3,1% der Rentner tun würden.

Deshalb könne man in Deutschland nicht von einer solchen sprechen. – Unverschämter geht’s wohl nicht mehr!!!

29. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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